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Homepod Mini im Test : Türöffner für die Apple-Welt

So gesehen macht Apple mit dem Mini ziemlich viel ziemlich richtig. Auch im Dauereinsatz in einem Zimmer, in dem sowohl die großen Homepods wie auch die Minis aufgebaut waren, zeigte sich alsbald, dass man den Minis gut und gern stundenlang zuhören kann, weil ihre klare, transparente Darstellung nahezu aller Stilrichtungen gefällt. Jenseits der Bässe sind die Unterschiede zwischen Mini und Homepod so groß nicht, vor allem, wenn man zwei Minis zur Stereowiedergabe koppelt und damit eine breitere Bühne entsteht.

Siri mit viel Datenschutz

Der Mini hat einen Ultrabreitband-Chip, der eine schnelle Musikweitergabe vom iPhone zum Mini ermöglicht, man muss nur das Telefon an die Oberseite halten. Mit Siri kann man die Musikwiedergabe ebenfalls auf den Weg bringen. Dass die Sprachassistentin von Apple hohe Standards beim Datenschutz einhält, zeigt sich darin, dass sie nur nach dem Aktivierungswort „Hey Siri“ zuhört und zudem die Anfrage nicht mit der eigenen Apple-ID oder E-Mail-Adresse verknüpft. Das ist gewiss vorbildlich. Peinlich wird es aber, wenn Siri selbst an einfachen Kommandos wie „spiele Beethovens erste Sinfonie“ scheitert und stattdessen ein Hörbuch über die Sonatenform bei Mozart und Beethoven abspielt. „Spiele Mahlers erste Sinfonie“ führt zur Fehlermeldung „Ich habe Mahlers erste Sinfonie nicht auf Apple Music gefunden“.

Deutlich besser funktioniert eine neue Funktion mit Ansagen der Art „Hey Siri, Intercom, sage allen, das Abendessen ist fertig“. So lassen sich sämtliche Audio-Geräte im Haushalt mit einem einzigen Kommando ansprechen, und das funktioniert sogar mit den Ohrenstöpseln Airpods und mit Carplay. Wer nach der Arbeit ins Auto steigt, kann mit „Hey Siri, Intercom, sage allen, ich fahre jetzt los, soll ich etwas mitbringen“ die Familie zuhause auf den Feierabend vorbereiten.

Dolby Atmos nur für den großen Homepod

Dass sich der Homepod Mini in die Homekit-Landschaft problemlos einfügt, sei nicht verschwiegen. Die Unterstützung der angekündigten Heimkino-Funktionen für Apple TV mit Dolby Atmos bleibt allerdings dem großen Homepod vorbehalten. Der Autor hatte vor Jahr und Tag versucht, sein Haus auf drei Etagen mit einem Sonos-System und Multiroom Audio auszurüsten. Das funktionierte nie reibungslos und nie fehlerfrei. In den vergangenen Jahren wuchs dann die Zahl der Homepods auf sieben. Einer davon ist mittlerweile defekt, aber davon abgesehen läuft die Musikwiedergabe im ganzen Haus nun problemlos. Die beiden neuen Minis reihten sich hier bestens ein. Wer die Tücken anderer Systeme kennt, weiß das zu schätzen.

Insgesamt ist Apples Strategie unschwer erkennbar: Der Homepod Mini ist der Türöffner für weitere kostenpflichtige Angebote wie Apple Music, für den Ausbau des vernetzten Heims, für die Anschaffung von Apple TV und so weiter. Wer mit einem einzigen Gerät beginnt, wird irgendwann ein zweites kaufen und dann Dienste abonnieren oder gar den Haushalt auch mit großen Homepods ergänzen. Man wird also weiter in das Apple-Ökosystem hineingezogen, und darf getrost annehmen, dass das gewollt ist.

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