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Apple iPhone 7 und Watch 2 : Die Innovation liegt im Detail

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Das Betriebssystem Watch OS 3 für die smarte Armbanduhr ist eine Zäsur, es wird auch für die erste Modellvariante bereitgestellt. Das Bedienkonzept wurde grundlegend überarbeitet. Wer künftig die schmale Seitentaste der Uhr drückt, landet nicht mehr in der Freundesliste, sondern in einem Dock, das sich mit bis zu zehn Apps frei belegen lässt und die zuletzt benutzten aufführt. Die Freundesliste hat wohl kaum jemand verwendet, mit Ausnahme Frischverliebter, die sich von Watch zu Watch ihren Herzschlag senden konnten. Digital Touch, so hieß die Funktion, ist künftig ein Teil von iMessage, sowohl auf der Uhr wie auch der Nachrichten App von iOS.

Mehrere Sport-Messwerte in einer Ansicht

Apps im Dock sollen nahezu sofort präsent sein, die lästige Wartezeit zum Laden und Aktualisieren entfällt. Auch die Checks, die mit einem Fingerwisch vom unteren Bildschirmrand nach oben erschienen, hat Apple entsorgt. Diese Fingerbewegung bringt jetzt ein Kontrollzentrum zur Ansicht. Mit neuen Zifferblättern werden zum Beispiel die Aktivitätsringe für Bewegen, Trainieren und Stehen groß dargestellt. Ferner lässt sich schneller von einem Ziffernblatt zum nächsten wechseln. Sportler können mit der erweiterten Aktivitäts-App ihre Trainingsdaten mit anderen teilen – und ein virtuelles Kräftemessen auf den Weg bringen. Die App auf der Uhr kann mehrere Sport-Messwerte in einer Ansicht darstellen und pausiert die Aufzeichnung automatisch, wenn das Training stoppt, beispielsweise an der roten Ampel.

Hält man die Seitentaste der Uhr länger als sechs Sekunden gedrückt, wird eine Verbindung zu einer Notrufzentrale aufgebaut. Da der Aufenthaltsort bekannt ist, wird gleich die richtige Notrufnummer gewählt. Neuere Macs lassen sich mit Hilfe der Uhr aus dem Standby entsperren.

Es sei das größte iOS-Update aller Zeiten

iOS 10 ist das vorsichtig modernisierte Betriebssystem für das iPhone und das iPad. Auch hier gilt, wie immer: Selbst ältere Geräte arbeiten mit der jungen Software zusammen, sie wird als finale Version gratis zur Verfügung gestellt. Es sei das größte iOS-Update aller Zeiten, hatte Apple bei der Vorstellung gesagt. Die erste unmittelbar sichtbare Änderung ist der neu gestaltete Sperrbildschirm und die ebenfalls neue Ansicht für Widgets, kleine Info-Fenster, die nun links von der ersten Homebildschirm-Seite zusätzlich erreichbar ist. Auch die Benachrichtigungen fallen nun wie die Widgets größer aus und sind besser lesbar. Aktionen lassen sich direkt in der Benachrichtigung ausführen. Das Kontrollzentrum (Fingerwisch vom unteren Bildschirmrand nach oben) hat eine eigene Ansicht für die Musikwiedergabe erhalten und liefert mehr Informationen, welcher Audio-Stream wo wiedergegeben wird.

Die Sprachassistentin Siri lässt sich erstmals in vielen Dritt-Apps verwenden, beispielsweise in Whatsapp. Wer die zu Facebook gehörende Anwendung nicht mag, findet nun im hauseigenen iMessage eine üppige Auswahl multimedialer Elemente, Sticker, Bildchen und Dritt-Anwendungen, mit denen sich Nachrichten ebenso wie mit handschriftlicher Fingermalerei hübscher gestalten lassen. Jenseits von Emojis und bunten Zierelementen hat auch die Tastatur einige Verbesserungen erfahren. Die Wortvorschläge und die Autokorrektur passen sich fließend der verwendeten Sprache an, selbst beim Sprachwechsel innerhalb eines Satzes.

Die Foto-App kommt mit verbesserter Suchfunktion sowie einer Gesichtserkennung. Die App erstellt automatisch Alben, etwa zu einem Ausflugswochenende und erlaubt die Suche nach Orten, Zeitpunkten und Kategorien wie etwa Fahrrad oder Strand. Die Objekt- und die Gesichtserkennung laufen nur auf dem Gerät selbst, nicht auf Servern von Apple. Damit soll der Datenschutz gewahrt bleiben.

Ebenso ist auch Apples Karten-App verbessert worden. Sie versucht, Ziele vorherzusehen (über Termine oder oft besuchte Orte), merkt sich eigenständig den Parkplatz des Autos und erlaubt es, nach Orten entlang einer Reiseroute zu suchen, etwa der Tankstelle in der Nähe als Zwischenstopp. Homekit und Health wurden erweitert, und auf dem iPad kann man zwei Safari-Fenster in geteilter Ansicht nebeneinander anzeigen. Ferner lassen sich Apple-Apps vom Homescreen entfernen, aber nicht komplett löschen.

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