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„iBooks 2“ vorgestellt : Apple erfindet Schulbuch neu

Neues Lernen: Das iPad soll zum Schulbuch werden Bild: dpa

Apple will den Schulbuchmarkt aufmischen. Der Konzern will mit digitalen Lehrbüchern und Kooperationen mit bekannten amerikanischen Lehrbuchverlagen das Geschäft mit dem iPad ankurbeln.

          Der amerikanische Elektronikkonzern Apple Inc. will den Markt für Lehrbücher an Schulen aufmischen - und damit nicht zuletzt das Geschäft mit seinem Tabletcomputer iPad ankurbeln.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Im Rahmen einer Veranstaltung im New Yorker Guggenheim-Museum stellte Apple eine Softwareapplikation mit dem Namen „iBooks 2“ vor, die eine Plattform für digitale und interaktive Lehrbücher auf dem iPad werden soll. Daneben präsentierte Apple die kostenlose Software „iBooks Authors“, die Autoren dabei helfen soll, solche digitalen Bücher für das iPad zu entwickeln.

          In die neuen Bücher können Videos eingebunden werden oder auch dreidimensionale Grafiken. Zudem wird es leicht möglich, direkt aus dem Inhalt des Buches Lernkarten für das eigene Studium selbst zu erstellen.

          Apple hofft mit seiner Initiative, die Digitalisierung eines weiteren Marktes voranzutreiben, so wie das Unternehmen zum Beispiel schon mit Musik mit dem iPod und der zugehörigen Plattform iTunes gemacht hat.

          Der im vergangenen Jahr verstorbene Apple-Mitgründer Steve Jobs hat gegenüber seinem Biographen Walter Isaacson durchblicken lassen, dass das Unternehmen sich den Schulbuchmarkt vornehmen will. In der im Oktober erschienen Biographie berichtet Isaacson von Jobs' Vorstellung, das iPad zu einer Lehrplattform zu machen. Schüler müssten dann nicht mehr schwere Bücher in Rucksäcken herumtragen, sondern bräuchten nur noch das iPad.

          Partnerschaften mit bekannten Verlagen

          Es gab auch bislang schon Versuche, Lehrbücher zu digitalisieren, zum Beispiel von Amazon mit seinem Lesegerät Kindle. Die Verbreitung digitaler Lehrbücher hält sich aber noch in Grenzen: Nach Angaben des Branchenverbandes National Association of College Stores sind zum Beispiel weniger als 3 Prozent aller Lehrbücher für Universitäten digital.

          Apple hat traditionell sehr enge Beziehungen zu Schulen und Universitäten und für solche Bildungseinrichtungen eigene Vertriebsbereiche im Unternehmen. Auf der Veranstaltung in New York sagte Marketingchef Philip Schiller, in Bildungsstätten würden schon heute 1,5 Millionen iPads eingesetzt.

          Nach letzten Zahlen vom vergangenen Herbst hat Apple insgesamt 40 Millionen iPads verkauft. Apple will sich bei seinem Vorstoß in den digitalen Lehrbuchmarkt zuerst vor allem auf Schulen konzentrieren.

          Im Rahmen der Veranstaltung kündigte das Unternehmen Partnerschaften mit einigen bekannten Schulbuchverlagen an. Die Bücher sollen für knapp 15 Dollar verkauft werden. Es geht auch hier in der Summe um viel Geld: Der Lehrbuchmarkt in den Vereinigten Staaten hat ein Volumen von 10 Milliarden Dollar.

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