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Apple : Die Welt ist keine Scheibe

13,3" Monitor mit LED-Hintergrundbeleuchtung Bild: Hersteller

Das MacBook Air ist so dünn, dass noch nicht einmal ein optisches Laufwerk Platz darin gefunden hat. Es scheint, als hätte Apple aus technischen Gründen darauf verzichtet. Doch die Idee ist viel gewagter. iTunes soll zum Mega-Multimedia-Store werden. Wer zahlen und surfen kann, braucht keine Silberscheiben mehr.

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          Es ist eigentlich unfassbar, was auf der MacWorld geschehen ist. Apple-Chef Steve Jobs zieht in San Francisco ein Notebook aus einem DIN-A4-Briefumschlag, das kein optisches Laufwerk hat. Was will die Welt mit so einem Gerät? Glücklicherweise sind doch die Computerhersteller mittlerweile so weit, dass fast jedes Notebook DVDs brennen kann. Stolpert Jobs in die Vergangenheit, als sich Laptopkäufer noch ein externes Laufwerk kaufen mussten? Ja. Für zusätzliche 99 Euro gibt's ein externes „Superdrive“. Aber eigentlich ist Jobs' Traum, dass der Nutzer nur noch per Wlan Daten hin- und herschiebt. Schöne neue Welt. Aber wenn gerade kein „Hot Spot“ oder privates kabelloses Netzwerk in der Nähe ist, wird das neue MacBook zum Albtraum.

          Visionär Jobs macht ernst. Er musste zwar auch aus technischen Gründen auf ein Laufwerk verzichten, damit er das „dünnste Notebook der Welt“ präsentieren konnte. Doch die Idee, die dahinter steckt, ist noch viel gewagter. Die Welt braucht keine Silberscheiben mehr! Die Daten liegen auf Apples Servern zum Abruf bereit. Jobs bietet allen Surfern ab sofort nicht nur Millionen Songs, sondern auch Tausende Filme in der Kinoabteilung von iTunes an. Mit dem Verzicht auf das Laufwerk und der Erweiterung des iTunes-Store gibt er eine nicht unbedingt innovative, aber sehr konsequente Richtung an.

          iTunes für alle und alles

          Wenn es nach Jobs geht, sind also die Tage der DVD damit gezählt. Der Computer-Nerd und Film-Fan von morgen braucht nur noch Apple-Geräte und genug Geld für den iTunes-Store. Er schaut Filme gestreamt übers Internet und wenn er sie auf dem Fernseher gucken will, kann er bei Apple die neue Set-Top-Box kaufen. Kein Cineast wird von nun an Filme zu Hause auf Silberscheiben sammeln. Auch Musikhörer sollen einfach ihre Songs bei iTunes kaufen. Das Geld und die Daten fließen nunmehr nur noch zwischen Nutzer und Apple hin und her.

          13,3" Monitor mit LED-Hintergrundbeleuchtung Bilderstrecke

          Doch bis dahin werden noch viele CDs und DVDs hergestellt, verkauft und gebrannt. Deshalb soll der ganz normale Notebookbesitzer seinen Silberscheiben-Schlitz oder seine DVD-Schublade haben. Aus reiner Bequemlichkeit. Es nervt, ständig ein externes Laufwerk mit herumschleppen oder seine Silberscheiben in einen anderen Rechner legen zu müssen, um auf sie zugreifen zu können. Ein Notebook kann mittlerweile ein echter Desktop-Ersatz sein. Das MacBook Air ist es nicht. Warum sollte man auf den Komfort eines Laufwerks verzichten? Da haben wir uns zu früh gefreut: Irgendwann im ICE das brandneue Air auspacken, während alle neidisch rüberschauen und dann entspannt die neueste Blockbuster-DVD gucken. Geht leider nicht.

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