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Amazon Fire TV Cube im Test : Mit Sprache durchs Fernsehmenü

Hört zu und holt das Fernsehen ins Haus: Fire TV Cube von Amazon Bild: Hersteller

Fernsehen ohne Fernbedienung: Das soll der Fire TV Cube von Amazon erlauben. Wir haben ihn ausprobiert.

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          Mit dem Fire TV Cube wird die manuelle Fernbedienung des Fernsehgeräts überflüssig, sagt Amazon. Der Kubus mit Maßen von 8,5 × 8,5 × 7,5 Zentimeter vereint den Alexa-Lautsprecher der gleichnamigen Sprachassistentin und das Fire-TV-Gerät, also das Amazon-System fürs Streaming. Bislang konnte man Alexa auf dem Fire TV durchaus nutzen, musste dazu allerdings die Fernbedienung in die Hand nehmen. 2018 verheiratete Amazon Fire TV mit Alexa-Lautsprechern. Nun war es möglich, Befehle oder Fragen direkt in den Raum hineinzurufen. Der neue Cube bringt nun diese beiden Amazon-Welten zusammen, kostet allerdings 120 Euro, also das Doppelte des Fire-TV-Stick mit 4K.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der schwarze Würfel kommt zudem ohne das unabdingbare HDMI-Kabel zum Anschluss an das Fernsehgerät. Indes gelingt die Inbetriebnahme schnell und nahezu selbsterklärend, wenngleich der Stecker des Netzteils ungewöhnlich dick ist, da spielt nicht jede Mehrfachsteckdose mit.

          Der Kubus muss freistehend auf den Sitzplatz des TV-Sehers ausgerichtet sein und mindestens 30 Zentimeter Abstand zu anderen Lautsprechern haben. Während der Einrichtung wird gefragt, ob man eine Soundbar hat, diese wird gegebenenfalls eingebunden. Weiterhin lassen sich auch AV-Receiver mit dem Cube nutzen. Verblüfft waren wir, dass sogar unser altes Panasonic-Fernsehgerät problemlos Anschluss fand. Es ließ sich fortan mit Sprachkommandos aus dem Schlafmodus erwecken. Das Fernsehgerät wird über das HDMI-Fernbedienungsprotokoll CEC (Consumer Electronics Control) gesteuert, und weitere Digitalgeräte können über den im Gerät eingebauten Infrarot-Sender oder einen beiliegenden Infrarot-Transmitter angesprochen werden. Auf diese Weise lassen sich weitere Komponenten in die Amazon-Welt bringen.

          Acht Mikrofone lauschen in den Raum hinein

          Ist alles eingerichtet, lauscht der Cube mit seinen acht eingebauten Mikrofonen in den Raum hinein und achtet auf gesprochene Kommandos. Man kann sowohl mit Alexa plaudern, als auch Fernseher und andere angedockte Geräte dirigieren. Ein blauer Balken an der Frontseite des Cube visualisiert, dass gerade zugehört wird. Die Sprachausgabe erfolgt auf dem TV-Gerät oder dem jeweiligen Soundsystem. Die Mediatheken vieler öffentlich-rechtlicher Programme lassen sich mit Sprachbefehlen starten, und man kann sogar ohne Fernbedienung mit gewissen Abstrichen durch die Menüs der Mediatheken wandern.

          Ein Ersatz der Fernbedienung ist das jedoch nicht, denn mit ihr ist das Navigieren eingängiger. So dauert das Pausieren eines Films mit „Alexa, Pause“ doch etliche Sekunden bis zur Umsetzung. Die Sprachsuche nach Titeln, Genre und Begriffen funktioniert indes einwandfrei, und wenn man die richtigen Kommandos kennt, dann ist ein „Alexa, zeige Sendung Heute Journal“ schneller als mit Verwendung der Fernbedienung. Viele App-Anbieter werden die neue Sprachsteuerung in den kommenden Monaten integrieren. Dann läuft auch das rund, was jetzt noch hakt. Lineares Fernsehen steuert Alexa nicht.

          Liest sogar Bücher vor

          Der Cube kann 4K-Videos mit bis zu 60 Bildern in der Sekunde wiedergeben, mit geeigneten Fernsehgeräten wird der erhöhte Kontrastumfang, High Dynamic Range, ebenso unterstützt wie die Audioausgabe mit Dolby Atmos in Amazon Video und Netflix. Der Prozessor wird von Amazon nicht benannt, das Gerät hat zwei Gigabyte RAM, und für Apps stehen 16 Gigabyte Speicher zur Verfügung. Über Bluetooth 5.0 können externe Lautsprecher oder Kopfhörer verbunden werden.

          Interessant ist der Cube auch angesichts der vielen Talente von Alexa. Hier ist Amazon deutlich weiter als andere Hersteller. Wir ließen uns Bücher vorlesen, die wir als Kindle E-Book gekauft hatten. Der Vorgang lässt sich vom Smartphone aus starten, setzt aber einen Alexa-Lautsprecher oder den Cube voraus. So ist der neue Würfel nicht nur ein Sprachbediensystem für TV-Freunde, sondern ein Teil der vernetzten Lebenswelt, die Amazon mit Macht vorantreibt. Denn auch die zu Alexa kompatiblen Geräte des Smart Home lassen sich mit dem Cube ansprechen.

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