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Der heimliche Chef im Haus : Das müssen Sie über Router wissen

Störenfriede ins digitale Nirwana schicken

Mit Rufumleitungen reicht man ankommende Telefonate zeitverzögert aufs Handy weiter, vorausgesetzt, der Hausanschluss hat mehr als eine Rufnummer. Denn die zweite wird für die Weiterleitung benötigt. Ein Feintuning fürs Familienmanagement mag darin bestehen, dass nur die Anrufe ausgewählter Personen zum Mobiltelefon geschickt werden. Und Teilnehmer, die unhöflicherweise ihre Rufnummer unterdrücken, leitet man ohne Fisimatenten schnurstracks an den Anrufbeantworter weiter. Störenfriede aus dem Bereich der Marktforschung lassen sich mit wenigen Handgriffen permanent ins digitale Nirwana schicken: Dazu dient die Funktion „Ruf sperren“, mit der sich übrigens auch teure Sonderrufnummern (0900, 0137) blockieren lassen. Das alles sind Funktionen der Fritzbox, die ein Speedport dann leider nicht beherrscht.

Zum Reduzieren von Gebühren eignet sich wiederum die Callthrough genannte Funktion: Man ruft von außen, etwa unterwegs mit dem Handy, zu Hause an, legitimiert sich mit einer Pin - und erhält dann eine freie Leitung für Telefonate, die vom Festnetz aus günstiger sind als aus den mobilen Netzen. Oder man telefoniert gleich mit der Fritzbox zu Mobilfunkpreisen: Dazu benötigt man einen UMTS-Stick sowie eine Mobilfunk-Sim-Karte und kann dann mit Hilfe von programmierbaren Wahlregeln das jeweils günstigste Angebot aus beiden Netzen wählen. Der nächste Schachzug stammt von der Telekom in Zusammenarbeit mit Huawei: Ein ganz neuer Hybrid-Router soll den DSL-Internetzugang beschleunigen, indem der schnelle LTE-Mobilfunk wie ein Booster zugeschaltet wird.

Als Medienzentrale im heimischen Netz

Im Heimnetz genannten Menübereich können Router mit angeschlossenen Speichermedien wie USB-Stick oder Festplatte als zentrale Anlaufstelle für Musik oder Fotos dienen. Auf den externen Speicher greifen alle im Haus zu, nicht nur mit dem PC, auch mit dem Smartphone. Dank eingebautem Mediaserver spielt man Audiodateien im heimischen Netzwerk als Stream ab, quasi ein Privatradio, das sich von jedem Computer im eigenen Netz empfangen lässt.

Ein eigenständiges NAS-Speichersystem für anspruchsvolle Anforderungen lässt sich mit gängigen Routern jedoch nicht ersetzen, dazu wäre noch mehr Tempo gefragt. Reicht hingegen der Speicherplatz nicht aus, lässt er sich mit Online-Speichern ergänzen, unterstützt werden von der Fritzbox alle gängigen Web-Dav-Angebote wie etwa das Mediencenter von T-Online. Es fehlen allerdings gängige Cloud-Speicher wie die Dropbox oder Onedrive von Microsoft. Anders herum geht es jedoch: Daten, die in der Fritzbox-Umgebung beherbergt werden, lassen sich von außen fast so wie im Cloud-Speicher abrufen. Das Schlüsselwort für die private Fritzbox-Cloud ist ein Myfritz-Konto, das den Fernzugriff auf USB-Stick und Netzwerkfestplatte erlaubt, gegebenenfalls auch selektiv oder im Gastzugang.

Diesen Gastzugang kann man auch für sein W-Lan einrichten, damit Besucher im Netz surfen und ihre E-Mail abfragen können. Auf diese beiden Tätigkeiten kann man die Gastfreundschaft vorsichtshalber beschränken. Ein Tuning rund um das W-Lan lohnt vor allem in der Großstadt, wenn ein Router neben dem anderen in knappen Frequenzbereichen funkt. Gute nachbarschaftliche Beziehungen setzen Abstand voraus, und das gilt auch fürs W-Lan: Die Fritzbox zeigt, wer sich auf den Funknetzen in der Umgebung tummelt, wo das Gedränge besonders groß ist - und welcher Kanal mit den geringsten Störquellen die größte Reichweite verspricht.

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