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8k-Fernseher von Samsung : Hellseher

  • -Aktualisiert am

Samsung-Bolide mit 75 Zoll. Bild: Hersteller

Samsung verfeinert seine Qled-Technik. Der jüngste TV-Spross mit 75 Zoll ist riesig und hat zudem ein extrem helles Bild.

          Weiß der gemeine Mediamarkt-Besucher eigentlich, was Oled und was Qled ist, und wo die Unterschiede zwischen beiden TV-Techniken liegen? Umfragen zeigen: Viele Normalverbraucher haben die Details nicht auf dem Schirm. Dabei geht es um eine wichtige Frage: Aus welcher Ecke kommen derzeit eigentlich die besten Fernseher? Der Hintergrund: Oled-Bildschirme setzen die Bilder aus selbstleuchtenden Halbleiter-Pünktchen zusammen.

          Das verleiht ihnen bestechende Vorteile: Sie zeigen tiefes Schwarz, beherrschen ein weites Spektrum an natürlich wirkenden Farben und präsentieren sie auch dann noch unverfälscht, wenn der Betrachter aus spitzem Winkel auf die Bildfläche schaut. Bildschirm-Rohlinge dieses Typs, sie stammen derzeit ausschließlich aus Fabriken von LG, stecken deshalb in den Top-Fernsehern aller großen Marken – nur nicht in denen von Samsung, denn der koreanische Konzern hat sich für einen anderen technischen Evolutionspfad entschieden, den er Qled nennt.

          Das „Q“ steht für Quantum Dots, das sind Mikro-Partikel, die in speziellen Filterfolien für hochreine Farben sorgen. Ansonsten sind Qled-Modelle ihrer Abstammung nach LC-Bildschirme, die wie Lichtventile funktionieren und auf ihrer Rückseite von Led-Zellen durchleuchtet werden. Schwarzwerte? Nicht ganz so gut. Betrachtungswinkel? Eher eingeengt – das waren bisher gängige Urteile.

          Mit über 33 Millionen Pixel

          Dagegen kämpft Samsung seit geraumer Zeit an und verkürzte hierzu sogar seine Neuheiten-Zyklen: Qled 2019 folgte nur wenige Monate nach der Generation des Vorjahres. Wir haben uns eines der jüngsten Flaggschiffe angesehen, den 75 Zoll großen GQ 75Q 950R. Dieses Kaliber repräsentiert den Trend zu immer größeren Diagonalen und stellt die Bilder – in dieser Klasse neuerdings ein Muss – im 8k-Raster dar, also mit über 33 Millionen Pixel. Sofort augenfällig ist der überwältigende Kontrast dieses TV-Jumbos, bedingt durch mehrere Faktoren: Der neue Samsung erzielt extrem hohe Helligkeitswerte von bis zu 4000 Nits, das ist die Maßeinheit für Bildhelligkeit. Oled-Schirme bleiben noch weit unter dieser Marke, und durchschnittliche TV-Geräte schaffen meist nur unter 1000 Nits. Zudem stellt er Schwarzwerte absolut finster dar – auf einer Bildfläche, die sich dank spezieller Oberflächenbehandlung wirksam gegen reflektierendes Außenlicht schützt.

          Hinzu kommt eine Elektronik, die feinfühlig alle Zwischenwerte so anpasst, dass ein überzeugender Gesamteindruck entsteht. Bleibt die Frage des Betrachtungswinkels. Hier hat die Qled-Technik den vielleicht entscheidenden Schritt vorwärts gemacht: Bei den Modellen des Jahrgangs 2019 sitzt eine spezielle Folie zwischen der Hinterleuchtung und den LCD-Schichten, die das Licht mit winzigen Prismen Pixel für Pixel bündelt. Die Wirkung verblüfft. Denn selbst aus sehr spitzem Blickwinkel bleiben die Qled-Farben frisch und unverfälscht.

          Was aber stellt der 8k-Fernseher mit Bildern aus der wirklich wahren Fernsehwelt an? Immerhin zeigt sein Schirm 36 Mal so viele Punkte, wie die ARD und ZDF als HDTV verkaufen. Die Elektronik muss also in einem bisher ungekannten Maß hochskalieren. Ein potenter Prozessor ist da Ehrensache.

          Samsung setzt obendrein auf Künstliche Intelligenz, die dem Rechenknecht immer bessere Algorithmen zuspielt. Das funktioniert eindrucksvoll: Die Maschine kann Schriften glätten, Kompressions-Klötzchen wegrechnen, Texturen so schärfen, dass selbst schwaches Ausgangsmaterial gut aussieht. Dass manche Fernsehproduktion eher blass erscheint, liegt an den Herstellungsparametern: Die sind noch auf ganz andere Gerätegenerationen zugeschnitten. Aber mit HDR-Filmen gefüttert, zeigt dieser Fernseher: Besser geht es derzeit nicht. Mit einem Schnäppchenpreis allerdings darf man nicht rechnen. Der Apparat kostet um 6900 Euro.

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