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100 Jahre Radio : Die Erben des Dampfradios

  • -Aktualisiert am

Mit dem Charme einer Dampfmaschine: Der Langwellensender zur Radiopremiere. Bild: Museumsstiftung Post und Telekommunikation

Vor 100 Jahren gab es eine Weltpremiere: Von Berlin aus übertrug ein Langwellensender ein Weihnachtskonzert. Daraus ist muntere Vielfalt geworden.

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          Die Ahnenreihe des Rundfunks ist lang. Der Physiker Heinrich Hertz hatte schon 1886 elektromagnetische Wellen erzeugt und drahtlos an einen Empfänger übertragen, der das Experiment mit Mini-Blitzen quittierte. Der historische Funkenschlag etablierte sich fortan als Namensgeber für alle Drahtlosmedien. 14 Jahre später, pünktlich zum Beginn des neuen Jahrhunderts, meldeten Nikola Tesla und Guglielmo Marconi wegweisende Patente zur Funktechnik an. Und Valdemar Poulsen bastelte 1903 einen Lichtbogensender zur Erzeugung von Schwingungen mit konstanter Amplitude und Frequenz. Damit konnte er erstmals Wellen generieren, die sich zur Modulation mit Tonsignalen eignen.

          Aber bis daraus wurde, was wir heute noch Radio nennen, sollten zunächst ein paar weitere Jahre vergehen. Am 22. Dezember 1920, also exakt vor 100 Jahren, war es so weit: In Königs Wusterhausen, einem kleinen Ort südöstlich von Berlin, übertrug ein 10 Kilowatt starker Langwellensender ein Weihnachtskonzert und veranstaltete damit, exakt um 14 Uhr, nichts weniger als eine Weltpremiere. Aufführungsraum, Aufnahmetechnik und Sender samt Stromversorgung waren damals noch an einem Ort vereint. Das Herz der Anlage, das Sender-Ungetüm, ist heute als Leitreliquie in der Berliner Ausstellung „100 Jahre Radio“ zu bewundern.

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