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Elektromobilität : Tod der günstigen Autos

  • -Aktualisiert am

Wenn die Politik die Automobilität mit Macht in Richtung Elektro treibt, dann muss jedem Kunden klar sein oder klargemacht werden, was das bedeutet. Die unteren Fahrzeugklassen sterben aus.

          Die SPD zerlegt sich, die große Koalition wankt. Und die Grünen kommen in Umfragen auf 25 Prozent. Sie haben freilich eine komfortable Position, im Bund können sie aus der Opposition Maximalforderungen stellen, ohne liefern zu müssen und sich um die Kosten zu scheren. Was heute en vogue ist und verfängt, muss nämlich morgen jemand bezahlen. Oder, um es an der Urne festzumachen: Am Sonntag wählen und am Montag die Konsequenzen ignorieren, das klappt nicht.

          Wenn die Politik die Automobilität mit Macht in Richtung Elektro treibt, dann muss jedem Kunden klar sein oder klargemacht werden, was das bedeutet. Die unteren Fahrzeugklassen sterben aus. Immer rigidere Abgasvorschriften und auch die bisweilen nicht minder überzogen anmutenden Vorgaben für Assistenzsysteme machen Einstiegsmodelle vom Schlage eines VW Up, Renault Twingo, Fiat 500 oder Peugeot 108 unrentabel. Opel mit dem Adam und Smart mit seinem Offenbarungseid haben schon kapituliert. Womöglich erwischt es sogar eine Klasse darüber, in der VW Polo oder Ford Fiesta zu Hause sind. Stattdessen werden elektrische Modelle ins Angebot rücken (müssen), was an sich eine gute Nachricht ist, denn wo, wenn nicht in der Stadt, entfaltet Elektromobilität ihren Sinn?

          Nur hat der Weg seinen Preis. Gerade hat Opel angekündigt, den elektrischen Corsa im Frühjahr 2020 zu bringen, von 29.900 Euro an. Der verstromte Peugeot 208 wird ebenso viel kosten. Der Volkswagen-Konzern stellt elektrische Varianten von VW Up, Škoda Citigo und Seat Mii für 2020 in Aussicht, die Kleinstwagen werden wohl um 20.000 Euro kosten. Jeweils zuzüglich erforderlicher Wallbox für etwa 2000 Euro und minus staatlicher Förderung. Zum Vergleich: Mit Benzinmotor ist der VW Up von 11.000 Euro an zu haben. Man mag Ölverbrauch herausrechnen und das Akkuleben rein, genau kriegt man das nicht hin. Unzweifelhaft wird der Start in die neue Mobilität deutlich teurer.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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