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: Die herzliche Sportlichkeit

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Auf der Basis des neuen Renault Clio (Publikumspremiere auf der IAA in Frankfurt) ist ein kompaktes Kraftauto entstanden: Der Clio Sport soll im ersten Halbjahr 2006 in Serie gehen. Jetzt gibt es erste Bilder und technische Details ...

          Auf der Basis des neuen Renault Clio (Publikumspremiere auf der IAA in Frankfurt) ist ein kompaktes Kraftauto entstanden: Der Clio Sport soll im ersten Halbjahr 2006 in Serie gehen. Jetzt gibt es erste Bilder und technische Details zu einem Vorläuferfahrzeug, das noch als "Concept" etikettiert ist, aber durchaus schon mit der Reife der Serie aufwarten kann. Preise sind für den schärferen Clio noch nicht definiert, wer sich an 25000 Euro orientiert, wird nicht ganz falsch liegen.

          Renault sagt, der Sport Concept sei ein "reinrassiger Sportler". Das trägt der kompakte, mit einem Radstand von 2585 Millimeter aufwartende Wagen auch überzeugen vor - außen und innen. Der knuffige Bug wird beherrscht von großflächigen Scheinwerfern und der in die Prallfläche integrierten Einlaßöffnung. Diese trägt ein sehr einfach gestricktes Drahtmuster und bildet einen Gegensatz zu den weich verlaufenden Linien der Motorhaube. Daß der Sport-Clio kein Weichei ist, demonstriert er an den Flanken und am Heck: Seitlich kragen die kräftig dimensionierten Radhäuser über, sie beherbergen 18-Zoll-Räder im Format 215/40 mit jeweils sieben Speichen und rot lackierten Bremssätteln. Ein kräftiger Absatz verläuft vom vorderen, stark ausgestellten Radausschnitt unterhalb der Seitenfenster zum Heck: Das drückt den Sport-Clio auf die Straße und verleiht ihm breitschultrige Körperlichkeit.

          Im Heck wölbt und ballt sich alles, was nur einigermaßen für diese Tätigkeiten geeignet erscheint. Das niedrige Heckfenster ist schwarz eingefaßt, und die gesamte Heckklappe geht in eine Prallfläche über, die eine Bühne ist für den sogenannten Diffusor: Wenn der heiße Clio so richtig Fahrt aufnimmt, dann wird der unter dem Wagenbauch hindurchströmende Fahrtwind am Heck durch den Diffusor sortiert und abermals beschleunigt. Dadurch entsteht Unterdruck, der zu erhöhtem Anpreßdruck führt. So kann Renault auf einen separaten (und meist häßlichen) Heckspoiler verzichten. Zudem sorgt der Diffusor für einen herzlichen Hauch von klarer Sportlichkeit. Aus Gründen der Windschnittigkeit sind die beiden Endrohre der Abgasanlage in die fünf Diffusor-Fächer integriert.

          Unter der Haube kommt der bei Renault in verschiedenen Leistungsstufen arbeitende Zweiliter-Vierventiler zum Einsatz. Im Megane RS wird diese Maschine von einem Turbolader unter Druck gesetzt und bietet 165 kW (225 PS) auf. Exakte Leistungsdaten möchte Renault zur Zeit noch nicht nennen, aber man wird wohl auf die stärkste Sauger-Version dieses Triebwerks für den frontgetriebenen Sport-Clio zurückgreifen. In der Serienfertigung ist dieser Motor seit geraumer Zeit auch mit 132 kW (179 PS) unterwegs, vielleicht legt Renault für seinen neuen Arbeitsplatz noch ein bißchen nach. Damit sind Fahrleistungen realistisch, die aus dem Clio einen wahren Kraftwagen machen: Aus dem Stand in etwas weniger als 6 Sekunden auf 100 km/h zu kommen und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 230 km/h zu erreichen sollte möglich sein. Um die Kraftübertragung auf die Vorderräder kümmert sich ein manuell zu schaltendes Sechsganggetriebe.

          Eine Neuentwicklung ist die Vorderachse. Sie besteht zum Teil aus einer Aluminiumlegierung und soll bei Lenkpräzision und Spurtreue Maßstäbe setzen. Große Bremsscheiben (vorn 330 Millimeter Durchmesser) sind bereit, die Leistung im Zaum zu halten. Das Konzeptauto hält im Innenraum etliche Sport-Zutaten wie zum Beispiel ein Lederlenkrad mit dickem Kranz bereit. Das hat mehr Chancen auf die Serienfertigung als der durchgehende Mitteltunnel, der auch hinten zwei Einzelsitze fordert. Pedalerie und Fußstütze sind aus Aluminium. Wolfgang Peters

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