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Tech-Talk : Holland in Fahrt

  • -Aktualisiert am

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. Jedenfalls auf dem Strategiepapier und solange sie staatlich subventioniert wird. Doch morgen wird das noch nichts mit der neuen Ära.

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          Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. Jedenfalls auf dem Strategiepapier und solange sie staatlich subventioniert wird. Volkswagen hat angekündigt, um das Jahr 2040 das letzte Auto, man muss wohl genauer sagen, den letzten Personenwagen mit Verbrennungsmotor, ausliefern zu wollen. Das bedeutet im Umkehrschluss nach allgemeinem Verständnis, dass dann nur noch Elektroautos gebaut werden. Das kann so sein, muss es aber nicht.

          Womöglich werden synthetische Kraftstoffe erfunden, die emissionsfrei verbrennen, schon wackelte das batterieelektrische Fahrzeug mit seiner keineswegs klimaneutralen Gesamtbilanz wieder. Was ist, wenn Rohstoffe nur noch aus Staaten, die es mit Handel, Menschenrechten und Demokratie nicht so halten wie die westliche Welt, bezogen werden können? Das ist die Crux dieser Tage, es gibt nicht den einen Weg. Die Autoindustrie steht vor der immensen Aufgabe, in vielerlei Richtungen entwickeln zu müssen. Und die Politik vor der nicht minderschweren Herausforderung, richtige Weichen zu stellen. Derweil zeigt sich, dass die Elektromobilität aus sich heraus noch nicht wettbewerbsfähig ist.

          Wenn demnächst Jubelmeldungen über Neuzulassungen aus den Niederlanden eintrudeln, werden viele sagen: Geht doch. Geht eben nicht, denn dort werden im kommenden Jahr Subventionen für Dienstwagen abgeschmolzen, also lassen Händler noch rasch alles zu, was geht. Jaguar etwa liefert bis Jahresende von seinem gerade vorgestellten Elektrosportwagen I-Pace 3600 Stück nach Holland und keine 100 nach Deutschland. In Deutschland wiederum werden ab 2019 elektrisch betriebene Firmenwagen unter bestimmten Bedingungen steuerlich besser gestellt, das wird womöglich wirken.

          Unterdessen will die Regierung Trump in den Vereinigten Staaten Zuschüsse streichen. Mal sehen, was dann aus Tesla & Co wird. Die Märkte sind verzerrt, viele Modelle wie der Hyundai Kona sind nicht oder kaum lieferbar – morgen wird das noch nichts mit der neuen Ära.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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