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Tödlicher Unfall mit Cessna : Eigentlich gutmütig zu fliegen

  • -Aktualisiert am

Die Cessna 172, die auf der Wasserkuppe verunglückt ist, zählt zu den meistgebauten Flugzeugen der Welt. Das Foto zeigt eine baugleiche Maschine. Bild: ddp

Die Cessna 172, die Osthessen verunglückt ist, zählt zu den meistgebauten Flugzeugen der Welt und gilt „als VW Käfer der Lüfte“. Allerdings herrschen auf der Wasserkuppe besondere Start- und Landebedingungen.

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          Bei dem schweren Flugunglück vom Sonntag auf der Wasserkuppe, an dem drei Fußgänger am Boden von einem Propellerflugzeug erfasst und getötet wurden, handelt es sich bei der Maschine um eine Variante C172N des amerikanischen Klassikers. Die Cessna 172 ist weltweit eines der bekanntesten Schul- und Reiseflugzeuge und wird seit 1956 mit einer Unterbrechung zwischen 1986 und 1998 bis heute gebaut. Der viersitzige Hochdecker gilt als gutmütig zu fliegen und ist quasi der „VW Käfer der Lüfte”. Mehr als 40.000 Exemplare wurden bislang gebaut.

          Die auf der Wasserkuppe abgestürzte Maschine der Reihe 172 N wird von einem 160 PS starken Lycoming-Vierzyliner-Boxermotor angetrieben. Diese Flugzeugreihe wurde zwischen 1977 und 1980 gebaut. Zwar ist die Cessna 172 N für vier Personen an Bord zugelassen, das gilt aber nur, wenn sie nicht gleichzeitig voll betankt wird. Sonst müssen je nach Gewicht der Insassen notfalls bei vollen Tanks ein oder sogar zwei Personen am Boden bleiben, da die Cessna sonst möglicherweise überladen wäre.

          Der Flugplatz Wasserkuppe hat eine Runway mit starkem Gefälle bzw. Steigung. Deshalb müssen Piloten, die nicht auf der Wasserkuppe stationiert sind, vorher eine Erlaubnis zur Landung einholen, im Fachjargon „Prior Permission Required” PPR genannt. Die anfliegenden Maschinen mit dieser Sondererlaubnis, die auch telefonisch eingeholt werden kann, dürfen deshalb auch nur in Landerichtung 240 Grad hangaufwärts landen. Gestartet wird wegen des starken Gefälle der Asphaltbahn normalerweise immer nur bergab in Startrichtung 060 Grad, unabhängig von der Windrichtung.

          Warum der 56 Jahre alte Pilot der Cessna 172 mit vier Personen an Bord womöglich ein Durchstartmanöver bergauf versuchte, oder ob die hohen Temperaturen am Sonntag die Flugleistungen der Maschine auf dem hochgelegenen Sonderlandeplatz Wasserkuppe in rund 950 Meter Höhe beeinträchtigt haben, wird nun von den Fachleuten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) ermittelt. Die BfU hat ihren Sitz in Braunschweig und untersucht alle Flugunfälle, die in Deutschland passieren und bei denen Verletzte oder Tote zu beklagen sind. Inzwischen hat die Polizei mitgeteilt, dass es sich bei den drei Todesopfern in Hessen um eine Mutter und ihre beiden jugendlichen Kinder handelt.     

                        

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