https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/die-bahn-ist-laut-neuer-studie-gar-nicht-so-umweltschonend-17619100.html

Schlusslicht : Bahnbrechend

Unpünktlich. Mal wieder. Bild: Appel

Das Flugzeug ist sauberer als die Bahn. Die Leute lieben ihre Autos mehr als zuvor. Das gibt es doch gar nicht. Wenn das mit der Aufklärung so weitergeht, müssen die freitäglichen Umwelthelfer noch in Frührente.

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          Diese Woche hat uns zu schaffen gemacht. Wird uns doch die Bahn als die Rettung vor dem Verkehrskollaps angepriesen, grün bestromt noch dazu, also gut fürs Klima und die Nerven. Sechsmal sind wir S-Bahn und ICE gefahren, sechsmal war der Zug unpünktlich. Das ist sicher nur eine Verkettung unglücklicher Umstände, und Autos stehen auch mal im Stau, Flieger haben es ebenfalls nicht immer so mit der Minute.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Die Flieger, ja, die sind außerdem Umweltsäue. Dachten wir, bis der Kollege aus der Wirtschaftsredaktion über Klaus Radermacher berichtet hat, einen Informatiker, der im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung und des Instituts für Mobilität der Universität St. Gallen eine Studie verfasst hat. Da kommt heraus: „Das Verkehrssystem Schiene stellt sich aufgrund der immensen CO2-Belastungen für Wege- und Knotenpunkt-Infrastruktur als deutlich weniger umweltfreundlich heraus, als gemeinhin angenommen wird.“ Richte man den Blick auf die gesamte Infrastruktur, schneide vor allem das geschmähte Flugzeug gut ab. Das bringt doch hoffentlich die von der Deutschen Umwelthilfe und ihren freitäglich Zukunftsverbündeten verbreiteten Tatsachen nicht ins Wanken. Wenn das mit der Aufklärung so weitergeht, dürfen wir am Ende sogar wieder guten Gewissens Auto fahren.

          Womöglich befinden wir uns mit unserer Sympathie für individuelle Mobilität gar inmitten einer schweigenden Mehrheit. Die Deutsche Automobil Treuhand hat eine Erhebung durchgeführt. Zu beurteilende Aussage: „Ein Auto ist für mich eine Möglichkeit, meine Persönlichkeit auszudrücken.“ Zustimmung im Jahr 2015: 54 Prozent. Zustimmung 2020: 63 Prozent. Und, o Schreck, 96 Prozent der Käufer sehen das eigene Auto als unverzichtbar an. Wie jetzt, doch kein Auslaufmodell?

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