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Michael Spehr (misp.)

Tech-Talk : Deutschland hat gewählt

  • -Aktualisiert am

Wenn es um Digitalisierung und Mobilität geht: Was wird nach der Bundestagswahl besser?

          1 Min.

          Am Wahltag eine kurze Bilanz zur Digitalisierung in Deutschland: Verblüffend ist eine Schieflage. So gut wie jeder Politiker meint eine Meinung haben zu müssen zu Facebook, Google und anderen Netzkonzernen, zu Hardware-Herstellern und ihren Ladekabeln, zu Social-Media-Anbietern, und das alles mit klaren Ansagen, wie man hier eingreifen, regulieren und verbieten müsse. Fachleute auf höchstem Niveau, die wissen, wie es in der Welt läuft. Zukunft passiert nicht, „wir machen sie“, heißt es in den Selbstaussagen.

          Auf der anderen Seite sind es dieselben Politiker, in deren Wahlkreisen nicht nur die Straßen marode sind, sondern auch die digitale Infrastruktur vorsintflutlich ist. Keine iPads und Rechner in den Schulen, kein WLAN in den Klassenräumen, Schiefertafeln statt Whiteboards, keine ordentliche Software zum Lernen, kein Zugriff auf digitale Bibliotheken. In ihren Wahlkreisen gibt es ein maues Festnetz-Internet, das im internationalen Vergleich viel zu teuer, und ein Stelldichein der Mobilfunklöcher, das nur noch peinlich ist. Zehntausende Pendler stauen täglich an der Saalburgkuppe bei Bad Homburg. Der Stau herrscht dort seit Generationen, das Funkloch seit Beginn des Mobilfunks, und diese Problemstrecke ist nur ein Beispiel unter vielen anderen. Niemand wird etwas daran ändern, auch nicht nach der Wahl. Politiker werden auch künftig ihre Zukunft machen, und das ist nicht die Zukunft einer mobilen und digitalen Gesellschaft.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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