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Tech-Talk : Alles verschlafen

  • -Aktualisiert am

Der deutschen Autoindustrie vorzuwerfen, sie verschlafe wieder einmal die Entwicklung, ist viel zu einfach gedacht. Nehmen wir zum Beispiel Elektromobilität und autonomes Fahren.

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          Deutschland ist und bleibt Weltmeister im Schwarzsehen. Alles wird immer möglichst negativ dargestellt. Ist gut für die Quote oder die Reichweite. In dieser Woche sprach im öffentlich-rechtlichen Süd-Radio ein angeblicher Automobilexperte über die vermeintlichen Verfehlungen der Autoindustrie. Ausgangspunkt war dieser Satz: „Wir haben die Elektromobilität und das autonome Fahren.“ Ja, wo denn? E-Mobilität haben wir, aber nur ansatzweise. Denn bis das Elektroauto wirklich im Markt angekommen ist, dauert es noch, falls es überhaupt so weit kommt. Wie so oft wird die Rechnung ohne den Kunden gemacht. Solange die Probleme Reichweite, Kosten und Ladedauer sowie Infrastruktur nicht gelöst sind, wird es nichts mit dem Durchbruch.

          Und autonomes Fahren? Das ist noch viel, viel weiter entfernt. Abgesehen davon, dass auch hier der Kunde entscheidet, den offenbar nie einer fragt, ist das ganze Thema dermaßen komplex, dass ein serienreifes, autonom fahrendes Auto nicht vor 2030 zu erwarten ist. Der deutschen Autoindustrie vorzuwerfen, sie verschlafe wieder einmal die Entwicklung, ist viel zu einfach gedacht. So ist das halt mit „Experten“.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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