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Tech-Talk : Des Schwaben Einsicht

  • -Aktualisiert am

Onkelchen liebt plötzlich das rasante Fahren mit seinem Alfa Romeo Typ 146. Nun zieht sich eine dunkle Wolke über dem jungen Glück zusammen.

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          Onkelchen ist bekennender Schwabe, nicht mehr der Allerjüngste, finanziell mit gut gefüllter Kornkammer gerüstet, und emotional mit hoher Treue zu seiner bisherigen Automarke versehen. Herleiten lässt sich das aus seiner Bindung an Alfa Romeo, enger gefasst aus seiner bisher unbeirrten Treue zum Typ 146, einem dürren Frontantrieb-Alfa mit hohem Heck und eher demütiger Schnauze, mit der für kernigen Motorlauf sorgenden Doppelzündung, aber insgesamt aus der dritten Ikonen-Reihe.

          Doch das beständig genügsame Onkelchen hatte seine automobile Beweglichkeit für 23 Jahre an diesen schmalhüftigen Alfa gekoppelt. Mit immerhin 47.000 störungsfreien Kilometern. Dafür war dank einer eher schläfrigen Fahrweise lediglich eine einzige Rundum-Neubereifung fällig. Knauserig, wie er nun einmal war, entschied sich Onkelchen einst trotz wunderbarer Alfa-Aluräder für eine vergleichsweise schäbige, aber billige Ganzjahres-Reifengarnitur osteuropäischer Provenienz und war glücklich damit. Nun hat der Onkel endlich ein neues Auto. Unter der Haube brodeln 300 PS, und es bäumen sich 380 Nm auf, alles fällt bei jedem zügig absolvierten Start über die bedauernswerten Vorderräder her, weil die hinteren nicht mitarbeiten, und alle Pneus leiden unter der schneidigen Kurvenfahrt. Eine Fahrweise, die dem würdig gealterten Alfa nie zugemutet wurde.

          Und Onkelchen liebt plötzlich das rasante Fahren, auch wegen hervorragender Bremsen. Nun zieht sich eine dunkle Wolke über dem jungen Glück zusammen. Denn schon nach drei Monaten und 5000 Kilometer sind neue Reifen nötig. Vorne glänzen die zuvor proper profilierten Laufflächen in gefährlicher Rundlichkeit, und hinten sind die Pneu-Schultern glatt wie junge Billardkugeln. Ersatz und Montage kommen auf 800 Euro. So viel kann also die neu entdeckte Fahrfreude kosten: ein Desaster für den Schwaben, der sich jedoch zu helfen weiß. Onkelchen will jetzt, wie mit dem alten Alfa 146, wieder zurückhaltender fahren. Und nur hin wieder in 5,8 Sekunden aus dem Stand auf hundert kommen.

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