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Tech-Talk : Autos zum Leben

  • -Aktualisiert am

Dinge lassen sich leicht fordern, wenn man selbst nicht liefern muss. Der Kampf gegen das Auto ist dafür das eindrücklichste Beispiel. Doch so leicht darf man es sich nicht machen.

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          Die Demonstranten setzen sich auf Kreuzungen, legen den (Berufs)-Verkehr lahm und machen auf ihre Forderung aufmerksam: Deutschland, mithin die Bundesregierung und die Unternehmer, tun nicht genug für den Klimaschutz. Die Gruppe ist zwar klein, das mediale Echo indes groß, und es ist nicht zu übersehen, dass gerade unter jungen Leuten etwas in Bewegung geraten ist.

          Nur: Dinge lassen sich leicht fordern, wenn man selbst nicht liefern muss. Der Kampf gegen das Auto ist dafür das eindrücklichste Beispiel, vielleicht noch fliegen mit der Lufthansa. Doch so leicht darf es sich der in Prenzlauer Berg oder im Frankfurter Nordend Wohnende nicht machen. Schreibt ein Leser: „Mir geht es zunehmend auf die Nerven, dass mir als Familienvater jemand ohne Kind erklären will, wie die Welt funktioniert.“

          Es gibt eben Menschen, die müssen morgens um 6 zur Frühschicht. Die wohnen in der Vorstadt. Die leiden unter vollen und verspäteten S-Bahnen. Im Regen einkaufen. Kinder zum Sport und in die Schule fahren. Oma und Opa besuchen. Und Tausende weitere Gründe, allesamt individuell, unsere Gesellschaft bereichernd und ausmachend.

          Ingenieure und verantwortungsvolle Unternehmer, gerade auch im Mittelstand, machen die genutzte Technik immer umweltverträglicher. Nirgends auf der Welt, um bei dem Beispiel zu bleiben, gibt es sauberere Autos als hierzulande. Wer sozialen Sprengstoff angesichts der Klimaaktivisten sieht, der möge auch Folgendes bedenken. Nehmen wir Frankfurt: In die 750.000 Einwohner zählende Stadt fahren jeden Tag 400.000 Berufspendler. Zusammengenommen legen sie an jedem Arbeitstag 20 Millionen Kilometer Luftlinie zurück.

          Weil es in der Stadt gutbezahlte Arbeitsplätze gibt. Aber auch, weil immer weniger sich Wohnungen in der Stadt leisten können. Und diesen Menschen sollen also nun am besten ihre Autos weggenommen werden?

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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