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Datensammelwut : 1984

  • -Aktualisiert am

Die Datensammelwut, die längst über viele von uns hereingebrochen ist, ohne dass wir es merken, wird das Leben verändern. Auch und vor allem das des Autofahrers.

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          Die Datensammelwut, die längst über viele von uns hereingebrochen ist, ohne dass wir es merken, wird das Leben verändern. Auch und vor allem das des Autofahrers. Schon heute laden manche Fahrzeuge Bewegungsprofile im Hintergrund, als Argument dienen Sicherheit und Diebstahlschutz. Das mag manchmal sogar hilfreich sein, doch darf es nicht die Sicht vernebeln auf das, was kommen wird. Von Audi bis Mercedes-Benz schwören zwar alle, sie seien Autohersteller und keine Datenhändler, doch so simpel ist es nicht.

          Der Zulieferer Bosch hat gerade vorgestellt, wie er sich die Zukunft denkt. Aus der hauseigenen Cloud, die sich per Datenstaubsauger im Auto speist, entwickeln verbündete Dienstleister Angebote, etwa die Versicherer. Die HUK Coburg ist schon an Bord. Sie will auswerten, ob man eher auf der Autobahn oder in der Stadt unterwegs ist, öfter beschleunigt (also gefährlich) oder gleichmäßig schleicht (also ungefährlich) und sich an Tempobegrenzungen hält. Daraus will die HUK einen Tarif entwickeln, der natürlich Rückwirkungen auf das übrige Tarifgefüge haben wird. Wir werden also demnächst mit 90 km/h auf der Mittelspur der Autobahn geradeaus fahren und in der Stadt keinesfalls kurz beschleunigen, um dem von hinten heranrauschenden Notarztwagen den Weg frei zu machen. „Das Auto wird Ihr intelligenter Begleiter. Wäre das nicht cool?“, fragt Bosch-Chef Volkmar Denner. Nein, wäre es nicht.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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