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Auto-Kommentar : Das Steuergeschenk

  • -Aktualisiert am

Bekanntlich sprudeln die Steuereinnahmen, weil die Wirtschaft brummt. Da wäre es angezeigt, den Bürgern etwas zurückzugeben. Das Jahr 2018 aber führt einen Witz heran – und zwar einen schlechten.

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          Das Schöne am Staat ist seine Verlässlichkeit. Er möchte von seinen Bürgern nur deren Bestes, also das Geld. Nun sprudeln bekanntlich die Steuereinnahmen, weil die Wirtschaft brummt. Da wäre es angezeigt, den Bürgern etwas zurückzugeben. Das Jahr 2018 aber führt einen Witz heran, und zwar einen schlechten. Denn es füllt im Gegenteil zusätzlich die Kasse, ohne dass sich etwas ändert. Anders ausgedrückt: Die Kraftfahrzeugsteuer steigt, obwohl die Autos so viel verbrauchen wie zuvor. Das geht so: Die unrealistischen Verbrauchsangaben aus dem Neuen Europäischen Fahrzyklus werden abgeschafft. Die Industrie soll ehrlichere Werte angeben, der Verbraucher besser informiert werden.

          Wer könnte dagegen etwas einwenden? So wird der Verbrauch künftig nach der Messmethode mit dem Namen Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure WLTP angegeben. Abgesehen davon, dass hier mitnichten eine weltweite Norm eingeführt wird und die Europäer pedantisch vorangehen, steigen unter diesem Testverfahren die angegebenen Verbräuche. Sie kommen damit näher an die Realität. Sonderausstattungen werden berücksichtigt, Fahrwiderstände anders bestimmt, Getriebeschaltpunkte neu gesetzt, die Außentemperatur wird auf 23 Grad festgelegt, die Batterieladung ausgeglichen – kurzum: Es wird viel geändert. Nur am tatsächlichen Verbrauch ändert sich natürlich nichts.

          Dessen Realität nimmt nämlich keine Rücksicht auf den Stichtag 1. September 2018. Von diesem Datum an neu zugelassene Fahrzeuge werden mit höheren Verbräuchen angegeben, also steigt die Steuer. Denn die Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer setzt sich hauptsächlich zusammen aus dem Hubraum und dem CO2-Ausstoß. Letzterer ist eine direkte Resultierende aus dem Verbrauch. Im Bundesfinanzministerium wie in den zuständigen Länderministerien stellen sich bislang alle taub. Wird schon nicht so schlimm werden? Fachleute befürchten einen Anstieg der Steuer um 20 Prozent.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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