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Neue Produkte von Apple : Teurer 6000-Dollar-Mac und schnelles iOS 13

Macht zusammen 9000 Dollar: der neue Mac Pro und das neue 6K-Display Bild: www.apple.com

Apple verbessert seine vier Betriebssysteme. Das iPad bekommt ein eigenes. Der neue Mac Pro ist stark und teuer. Ein neues Super-Display setzt neue Maßstäbe in der Bildschirmwelt. Das sind die Neuigkeiten von Apple.

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          Die Software steht im Vordergrund, wenn Apple alljährlich im Sommer zu seiner großen Entwicklerkonferenz einlädt. Mehr als 5000 Programmierer aus 86 Ländern strömten auch in diesem Jahr am Montag zur Worldwide Developers Conference, WWDC, nach San José. Stets setzt Apple auf dieselbe Agenda: Auf der Sommerveranstaltung informiert die Mannschaft von Tim Cook die Entwickler über die Neuheiten der kommenden Betriebssysteme, setzt die Rahmenbedingungen und verkündet Trends.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Herbst kommen dann die neuen Geräte mitsamt fertiggestellter Software. In diesem Jahr war die Zahl der Neuheiten groß. Zweieinviertel Stunden lang kam in hohem Tempo ein Paukenschlag nach dem anderen, Apple zeigte sich stark und selbstbewusst.

          Keine Überraschung ist das neue iOS 13 für die mobilen Apparate. Mehr als eine Milliarde Geräte erhalten neue Funktionen, die Aufmerksamkeit ist groß. iOS 13 hat einen Dunkelmodus für die Anzeige, wie ihn das Mac-Betriebssystem bereits im vergangenen Jahr erhielt. Man verspricht fokussierteres Arbeiten und eine angenehmere, augenschonende Nutzung bei wenig Licht. Der Dunkelmodus lässt sich im Kontrollzentrum aktivieren. iOS 13 bietet mehr Tempo, kleinere Apps, Swipe-Buchstabenmalen mit der Tastatur, bessere Karten, zumindest in den Vereinigten Staaten und eine Darstellung, die doch sehr an Googles Streetview erinnert. Spektakulär sind neue Möglichkeiten der Fotobearbeitung und des Foto-Browsers auf dem iPhone.

          Apple kündigte bereits 2017 eine neue Version des Mac Pro an. Bilderstrecke
          Entwicklerkonferenz : Das sind die Neuigkeiten von Apple

          iPad, iPhone und Mac sollen besser zusammenarbeiten. Es wird für Programmierer einfacher, ihren Code von einer Plattform zur anderen zu transferieren. Nutzer wiederum können künftig ihr iPad mit iOS 13 als Zweitdisplay eines Mac verwenden. Die Idee ist nicht neu, die Software Duet Display macht das bereits jetzt möglich. Mit der Anbindung von Apple indes kann man das iPad auch als Zeichentablet nutzen.

          Der Safari-Browser wird überarbeitet, mit einem neuen Download-Manager lassen sich geladene Dateien besser finden. Die Gesundheits-App wird aufgebohrt und bekommt eine neue Hauptansicht, die eine schnellere Erfassung der täglichen Aktivitäten und langfristige Auswertungen bieten soll. Neu ist ein Abschnitt, der zeigt, wie hoch die Umgebungslautstärke ist. Schließlich hat Health jetzt auch einen Menstruationszyklus-Kalender. Mit iOS 13 kommt ein neuer systemweiter Schlafmodus, der mit der Uhren-App verbunden ist, um alle Benachrichtigungen stummzuschalten. Die Bildschirmzeit-Funktion liefert jetzt den Eltern mehr Kontrolle über das Nutzungsverhalten der Kinder an den iOS-Geräten.

          Mit der modernisierten Erinnerungs-App lassen sich die zu erledigenden Aufgaben in vier Kategorien unterteilen: Aufgaben, die heute erledigt werden müssen, alle Aufgaben, geplante Aufgaben und markierte Aufgaben. Die Nachrichten-App iMessage erlaubt es künftig den Nutzern, zu bestimmen, wer das Profilbild und einen festlegbaren Namen sehen darf. Comicartige Profilbildzeichnungen sind ebenfalls dabei.

          In Apple Maps kann man künftig die heimische und die Arbeitsadresse festlegen, um beide schneller als Navigationsziele festzulegen. Ferner lassen sich häufig besuchte Standorte besser verwalten. Rund um die Ortung verbessert der Konzern seine Dienste zum Finden von Freunden und der Apple-Geräte. Auch die Home-App zur Verwaltung des smarten Heims erfährt viele kleinere Verbesserungen, unter kann man über die iCloud seine Überwachungskamera-Videos analysieren lassen. Apples Homekit soll sogar auf Router kommen.

          iPad OS

          Das iPad bekommt ein eigenes Betriebssystem. Es nennt sich iPad OS. Die Multitasking-Möglichkeiten werden umfangreicher, Apps können mehrere Fenster gleichzeitig öffnen. Bilder, Links und Textteile können noch leichter zwischen Apps ausgetauscht werden. Ebenso hat Apple den Einsatz von Multitouch-Gesten verfeinert. So lassen sich mit drei Fingern Textteile ausschneiden oder einfügen. Das iPad wird also immer stärker zum Notebook-Rivalen, meint Apple.

          MacOS 10.15

          Das Mac-Betriebssystem macht einen kleinen Sprung auf die Version 10.15, die den Namen Catalina führen wird. Nicht nur, dass das Tablet zum Zusatz-Display für den Rechner wird. Die spektakulärste Neuerung besteht darin, dass iTunes dahingehend aufgesplittet wird, als es künftig eigenständige Apps für Musik, Podcasts und Apple TV gibt. iTunes ist das Medienverwaltungsprogramm für den Mac, mit dem man vor allem Musik hören, ordnen, sortieren und gruppieren kann. iTunes gibt es seit 2001, es steht auch für Windows zur Verfügung und kann zusätzlich eingesetzt werden, um ein Backup des iPhone oder iPad zu erstellen. Apple hat iTunes wiederholt umgestaltet, es gilt als Sorgenkind, weil zu viele Funktionen in einem einzigen Programm implementiert sind. Mit dem Siegeszug des Musikstreaming wird immer weniger Musik gekauft, so dass iTunes auch aus dieser Blickrichtung antiquiert wirkt.

          Das neue Music sieht aus wie iTunes, verzichtet aber auf viele Funktionen, und die iPhone-Synchronisation findet künftig im Finder statt. Apple TV kommt als eigenständige App und kann Filme mit 4k und HDR sowie Dolby Vision und Dolby Atmos wiedergeben. Die Apple-TV-Hardware bekommt ebenfalls ein neues Betriebssystem, und die spektakulärste Innovation besteht darin, dass sich Controller der Xbox und der Playstation mit der Hardware aus Cupertino verbinden.

          Watch OS

          Das dritte Apple-Betriebssystem ist das der smarten Armbanduhr. Watch OS 6 bekommt nun einen eigenen App Store, so dass sich neue Anwendungen direkt installieren lassen. iOS-Apps wandern auf der Uhr, etwa für Sprachaufzeichnungen. Neue Ziffernblätter erlauben mehr Personalisierung, das Musikstreaming wird einfacher, auch für Drittanbieter. Mit den Airpods kann man sich künftig Push-Nachrichten einfacher vorlesen lassen.

          Mac Pro und Pro Display XDR

          Obwohl der Fokus der Entwicklerkonferenz nicht auf der Vorstellung neuer Hardware liegt, gibt es eine Neuheit, die vor allem Profi-Nutzer der Apple-Rechner begeistern wird: Der neue Mac Pro in konventioneller Bauweise löst den runden Mac Pro aus dem Jahr 2013 ab. Das zylindrische Gehäuse basierte auf der Idee, mehrere Grafikkarten in einem PC unterzubringen. Doch in der Industrie setzte sich die Tendenz durch, den Arbeitsaufwand einer einzelnen hochgerüsteten Grafikkarte zu überlassen.

          Apple kündigte deswegen bereits 2017 eine neue Version des Mac Pro in konventionellerer Bauweise an. Der neue Mac Pro kommt wieder im Desktop-Gehäuse mit markanten Lüftungseinlässen an der Vorderseite und lässt sich modular konfigurieren. In der kleinsten Ausstattungsvariante kostet er bereits 6000 Dollar, erhältlich ist er ab Herbst. Die Preise für die gehobene Ausstattung dürften heftig werden. Das auf der Bühne gezeigte Modell bewältigte eine Demo des Videoschnittprogramms Final Cut mit drei 8k-Streams gleichzeitig und verarbeitete dabei 100 Millionen Pixel. Dazu kommt ein neues Superdisplay, das Pro Display XDR, das mit etlichen Superlativen aufwartet: Eine Helligkeit von bis zu 1600 Nits, einem Kontrastverhältnis von einer Million zu eins bei einer Größe von 32 Zoll mit 6k-Retina-Display und 6016 x 3284 Pixel. Hier ist der Preis gemessen an der Leistung eher moderat, es werden 5000 Dollar aufgerufen.

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