https://www.faz.net/-gy9-ahvbb

Schlusslicht : Am Gelde hängt doch alles

Es klappt noch nicht einmal in den reichen Indus­triestaaten, eine Ladeinfrastruktur aufzubauen. Bild: dpa

Das wird teuer für die Autofahrer: Höhere Bußgelder, Elektro statt Benzin, mehr Steuer auf Diesel. Wir tragen es mit Fassung.

          1 Min.

          Derzeit wird alles teurer, nur merkt man manches erst, wenn das Knöllchen da ist. In der vergangenen Woche haben sich die Preise für gefährliches Rasen mit niedriger Geschwindigkeitsüberschreitung verdoppelt. Dagegen wäre kaum etwas einzuwenden, im Ausland kostet es noch mehr. Nur sind die amtlichen Preise für wirklich gefährliches Rasen mit ganz hoher Überschreitung im Vergleich eher moderat gestiegen. Könnte es sein, dass sich die Bagatellen für den Staat mehr lohnen? Uns wäre insgesamt viel wohler, wenn die Bußgelder den Unfallopfern zugutekämen.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Auch um Geld, diesmal aber um richtig hohe Summen, geht es bei den Beschlüssen zum Klimaschutz. Unter der Annahme, Elektrofahrzeuge seien sauber, ist das eingeläutete Ende des Verbrennungsmotors folgerichtig. Trotzdem wollen viele nicht mitmachen. Warum ist das so? Setzen wir mal die deutsche Brille ab und betrachten die Welt aus der Sicht der anderen: Wenn es noch nicht einmal in den reichen Indus­triestaaten gelingt, eine Ladeinfrastruktur aufzubauen, geschweige denn genügend Grünstrom bereitzustellen, wie soll das dann in den ärmeren Ländern klappen? Die Menschen dort werden also weiter auf Benzin und Diesel setzen und sich freuen, dass das Öl billiger wird, weil wir weniger davon verbrauchen. Da muss ein Autobauer schon sehr tapfer sein, wenn er freiwillig auf diese Kunden verzichten will.

          Apropos Diesel: Gerade war im Umfeld der Koalitionsverhandlungen zu hören, der Diesel würde subventioniert. Welch ein Nonsens. Eine Subvention ist, wenn man etwas vom Staat bekommt – hier geht es darum, ob er mehr oder weniger schröpft. Eine Besteuerung nach CO2-Ausstoß ist in Ordnung, nur wären dann sämtliche „Subventionen“ durch die Kfz-Steuer zu streichen, weil sie auch anfallen, wenn das Auto gar nicht fährt. Das wird nicht kommen, armes Deutschland.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Tatort in Tijuana, wo der Journalist Martinez im Januar ermordet wurde.

          Morde in Mexiko : Journalisten in Todesgefahr

          Mexiko ist das tödlichste Land für Journalisten. Bereits drei Morde zählt das Land in diesem Jahr. Auch die dürften ungesühnt bleiben.
          Die kleinen Detektive Rico Doretti (Anton Petzold, li.) und Oskar (Juri Winkler) ermitteln in einem Erpressungsfall.

          Autor Andreas Steinhöfel : Das späte Glück des traurigen Kindes

          In den beliebten Kinderbüchern über Rico und Oskar spielt Berlin eine Hauptrolle. Der Autor Andreas Steinhöfel hat es in der Stadt nicht ausgehalten. Er ist an den Ort seiner Kindheit zurückgekehrt – trotz schmerzhafter Erinnerungen.