https://www.faz.net/-gy9-a0bxp

Schlusslicht : Crashtest

Wird die Autoindustrie in die Wüste geschickt? Bild: dpa

Wer will die Autoindustrie in die Wüste schicken? Es ist jedenfalls Sand im Getriebe.

          1 Min.

          Gut, dass wir nicht zu Verschwörungstheorien neigen. Sonst müssten wir annehmen, die Zerstörung der deutschen Autoindustrie folge einem Plan dunkler Mächte mit rotem Kern und schwarzer Seele in grünem Mantel. Weil die bei Volkswagen so durchtrieben oder deppert waren, oder weil man das so halt immer gemacht hat, ist der Diesel in Verruf geraten. Übrigens aufgedeckt von Amerikanern, was würde Donald Trump wettern und wittern und twittern, wäre er deutscher Präsident. Da in der Folge mit freundlicher Unterstützung der selbstlosen Deutschen Umwelthilfe der Diesel dem Aussterben zugeführt wurde, muss die Menschheit Benziner fahren, bis das Elektroauto massentauglich wird. Den Überbrückungszeitraum von, sagen wir, zehn Jahren schöpft die Bundesregierung mit einer stärker am CO2 ausgerichteten Kraftfahrzeugsteuer ab. Klingt gerecht, nur blöderweise stößt der Benziner mehr aus als der Diesel, was die Menschen bald merken, weil bezahlen werden. So brennt dann der Benzinmotor aus.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Rettung naht durch Fabelnormverbräuche mit hybridem Strom an Bord, der leider immer teurer wird und nur zur Hälfte aus regenerativer Energie stammt. Aber das lassen wir lieber weg in der Mainstream-Debatte, weil sonst die schöne Theorie ins Wanken gerät. Die Industrie baut also Plug-in-Hybride, welche die Menschen kaum laden, weil unbequem, sie fahren einfach mit dem Benziner, der dann leider mehr verbraucht. Was die Regierung, so steht es im Konjunkturprogramm, schon gemerkt hat und bald überwachen lassen und bestrafen will. Mit einer Steuer, oder so. Die wird gebraucht, um den Elektrokleinwagen (bloß kein SUV!) zu subventionieren, mit 9000 Euro je Stück, sonst kauft ihn keiner.

          Jetzt werden uns wieder welche schreiben, wir seien gegen das Elektroauto. Sind wir gar nicht. Nur, im Studium hat uns mal ein Professor erzählt, Preise und Produkte bildeten sich am Markt durch Angebot und Nachfrage. Aber das ist ja schon 25 Jahre her.

          Weitere Themen

          Mercedes-Benz Marco Polo Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht : Mercedes-Benz Marco Polo

          Campen ist angesagter denn je. Statt eines einfachen Zeltes setzen Urlauber vermehrt auf einen fahrbaren Unterschlupf. Aber der Kompromiss zwischen Reisen und Rasten ist gar nicht so einfach. Womit das Camping-Bus-Modell von Mercedes punkten kann, verrät Ihnen unser Fahrbericht.

          Topmeldungen

          Wieder beliebter: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

          Trendwende in Frankreich : Läuft wieder für Macron

          Der Austausch seines Kabinetts und der Ausgang des EU-Gipfels haben die Stimmung in Frankreich zugunsten des Präsidenten gedreht. Marine Le Pen hat das Nachsehen. Vorerst.

          Kultusminister : Das Abstandsproblem einfach leugnen

          Die zweite Corona-Welle rollt an – dennoch sollen nach den Sommerferien die Schulen wieder ganz öffnen. Keiner weiß genau, wie das funktionieren soll. Die Kultusminister verstecken sich hinter Worthülsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.