https://www.faz.net/-gy9-9pa7p

Tech-Talk : E 30 000

  • -Aktualisiert am

Elektroautos sind groß und teuer, dabei sollten sie klein und billig sein. Langsam formiert sich eine Einstiegsklasse, aber unter 30.000 Euro ist nichts zu haben.

          1 Min.

          Elektromobilität, soweit sie den Individualverkehr betrifft, spielt sich bislang in homöopathischen Absatzzahlen und hochpreisigen Nischen ab. Die Modelle von Tesla sind für viele unerschwinglich, selbst das Einsteigermodell 3 erfordert je nach Batterie zwischen 50.000 und 70.000 Euro. Die ersten Gehversuche von Audi mit dem E-Tron oder Mercedes-Benz mit dem EQC führen in Sphären zwischen 80.000 und 100.000 Euro, auch Jaguar hält sich dort mit seinem I-Pace auf.

          Einer der wenigen Lichtblicke für mittelgut Betuchte ist der Hyundai Kona für 35.000 bis 45.000 Euro, er hat ein Jahr Lieferzeit. Mit der erhofften Massenmobilität wird das so also nichts. Nun schicken sich aber einige Hersteller an, im kommenden Jahr erste kompaktere Modelle auf den Markt zu bringen. Mini baut den Cooper zum Elektriker um, er wird mit 32.500 Euro starten. Opel hat einen elektrischen Corsa angekündigt, dessen Erstausgabe kostet 32.900 Euro, später soll eine Basisvariante für 29.900 Euro folgen. Peugeot kündigt für das Frühjahr einen elektrischen 208 an, er wird mit 30.450 Euro starten. Volkswagen lässt wissen, der in etwa dem Golf entsprechende ID 3 werde, wenn er im nächsten Jahr in Kundenhand kommt, um 30.000 Euro kosten, da darf man gespannt sein. Gerade erneuert wird der Renault Zoé, den es bislang ab 29.900 Euro gibt. Hinzuzurechnen sind zumindest zur Erstanschaffung 1500 bis 2000 Euro für eine Wandladestation, will man nicht an der Haushaltsdose versauern oder auf öffentliche Ladepunkte angewiesen sein.

          Es gibt Beobachter, die finden, damit werde die Elektromobilität bezahlbar. Das ist eine steile These, denn bislang sind Fahrzeuge dieser Kategorie mit Verbrennungsmotor 30 bis 40 Prozent günstiger zu haben, und es muss sich nur jeder selbst fragen, ob er für einen oft als Zweitauto fungierenden Kleinwagen 30.000 Euro auszugeben bereit wäre. Im elektrischen Stadtauto immerhin lässt sich ein Sinn erkennen. Womöglich ändern sich die Zeiten, sie werden dann eben teurer.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Unter dem Radar

          Google Pixel 4 XL im Test : Unter dem Radar

          Google probiert im Pixel 4 einen neuen Sensor aus. Mit Hilfe von Radartechnologie lasst sich das Smartphone berührungslos steuern. Auch die Kamera überzeugt mit einer neuen Funktion.

          Der Geruch von toter Großmutter Video-Seite öffnen

          Buchmessen-Gastland Norwegen : Der Geruch von toter Großmutter

          Norwegen ist das Gastland der Buchmesse 2019. Feuilleton-Redakteurin Elena Witzeck hat sich im Pavillon umgesehen und ein Land kennengelernt, das stolz auf seine Lesekultur ist. Nur auf Schweden sollte man die Norweger nicht ansprechen.

          Topmeldungen

          Annegret Kramp-Karrenbauer : Sie setzt alles auf eine Karte

          Sollte die Verteidigungsministerin einmal Kanzlerin sein, wird sie für den Mut gepriesen werden, den sie mit ihrem Syrien-Vorstoß beweist. Sollte sie es nicht werden, wird der Vorschlag ein Beispiel dafür sein, dass sie sich übernommen hat. Eine Analyse.
          Die erste Eiskunstläuferin der Vereinigten Arabischen Emirate: Zahra Lari

          Frauen aus den Emiraten : Ihr braucht uns nicht zu retten!

          Auch wenn der Westen es kaum bemerkt: Am Golf verbessert sich die Stellung der Frau in kleinen Schritten: Fünf Beispiele aus den Vereinigten Arabischen Emiraten – über Träume, Vorbilder, Pflichten und Ängste.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.