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Citroën C 4 Aircross : Schicke Hülle mit solidem Kern

Es gibt Allrad- oder Vorderradantrieb Bild: Hersteller

Der Citroën C 4 Aircross sieht schick aus. Er hätte auch als Vertreter der hauseigenen Luxuslinie DS durchgehen können. Auffallend geräuschvoll weht der Wind um Haube und Spiegel.

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          Es ist nur wenige Jahre her, da kippten Chaoten Zehn-Liter-Farbeimer über in Paris abgestellte Geländewagen. Oder sie zerstachen deren Reifen. Die Grande Nation zeigte sich ziemlich kleingeistig gegenüber vermeintlichen Kraftstofffressern, und so ist es kein Wunder, dass sich die französischen Hersteller lange nicht an diese Fahrzeuggattung herangetraut haben. Aus heutiger Sicht muss man sagen: Sie haben die Entwicklung verschlafen. Renault mutierte halbherzig einen koreanischen Sprössling zum Koleos, der PSA-Konzern mit seinen Marken Peugeot und Citroën kopierte noch halbherziger Mitsubishis Outlander.

          Im 4,34 Meter langen und 1,80 Meter breiten Aircross lebt es sich auf viereinhalb Plätzen geräumig und gut
          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Nach den Flops (C-Crosser und 4007 entschlafen gerade lautlos) soll nun der späte Erfolg einziehen, schließlich will man nicht länger VW Tiguan, Ford Kuga oder Toyota RAV das Terrain überlassen. PSA setzt dabei abermals auf die Liaison mit den Japanern, nur dass diesmal das ebenso kompakte wie gelungene SUV Mitsubishi ASX als Vorbild dient und Peugeot und Citroën ihm außen ein eigenständiges Kleid schneidern durften. Innen sehen die französischen Versionen weitgehend so trocken-solide aus wie der Genspender, dem Flair kommt das nicht zugute, aber die Verarbeitungsqualität ist tadellos.

          40.000 Stück haben die Franzosen in der japanischen Fabrik für dieses Jahr geordert

          Als Erstes startet Citroën mit seinem C 4 Aircross, der Peugeot 4008 folgt mit kurzem Abstand. Wir finden, der Aircross sieht schick aus, er hätte auch als Vertreter der hauseigenen Luxuslinie DS durchgehen können, doch die werkelt an einem eigenen SUV. Im 4,34 Meter langen und 1,80 Meter breiten Aircross lebt es sich auf viereinhalb Plätzen geräumig und gut, abgesehen von der unbequem steil stehenden Lehne der teilbaren Rückbank. Auffallend geräuschvoll weht der Wind um Haube und Spiegel. Sonst aber hat der Aircross alle Zutaten bis hin zu einem gutmütigen und glücklicherweise nicht zu hart abgestimmten Fahrwerk, die ihn zu einem Erfolg machen dürften. Es gibt Allrad- oder Vorderradantrieb. 40 000 Stück haben die Franzosen in der japanischen Fabrik für dieses Jahr geordert, das sei „konservativ gerechnet“, sagen sie.

          Der Aircross sieht gut aus, fährt gut - das sollte klappen

          Angeboten werden ein Benziner und zwei Diesel, wobei der PSA-eigene Diesel mit 84 kW (115 PS) erste Wahl sein dürfte. Er zieht zwar nicht ganz so kraftvoll wie der 150-PS-Diesel aus allen Lebenslagen, doch geht er harmonisch und bis auf wenige Sequenzen des Dröhnens leise zu Werke. Nach einem ersten Eindruck liegt dessen Verbrauch um 6,6 Liter. Citroën bietet ausschließlich Schaltgetriebe an, was die Kosten niedrig hält, aber Kunden mit Hang zum Komfort zögern lassen könnte. Doch noch teurer darf der Aircross wohl nicht werden. Der Wechselkurs zum Yen macht den Franzosen schon jetzt zu schaffen. Der Einstieg gelingt zu 23 690 Euro - und damit deutlich höher als in den ASX von Mitsubishi. Der nette Diesel in schicker Schale erfordert mit dem unverschämt teuren Navigationssystem (2300 Euro) rund 30 000 Euro.

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