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CES 2016 : Ein Windows-Tablet sorgt für Ärger

Nur als Tablet mit dem sehr guten Bildschirm. Bild: Marco Dettweiler

Microsoft hat es schon länger, Apple seit ein paar Monaten und Samsung jetzt auch: ein großes Tablet mit Tastatur. Wir durften den Notebook-Ersatz auf der CES schon mal anfassen.

          Damit hat Microsoft wohl nicht gerechnet. Samsung greift mit einem neuen Tablet den Konkurrenten direkt an, indem es dessen Betriebssystem verwendet. Eigentlich sollte sich Microsoft darüber freuen, dass Windows 10 auf einem neuen Gerät installiert ist, schließlich tut das Unternehmen aus Redmond zurzeit alles, damit seine Kunden auf die aktuelle Version aktualisieren. Doch das neue Tablet Galaxy TabPro S gleicht in seiner Funktionalität zu sehr dem Surface von Microsoft, das mittlerweile in der Version 4 zu haben ist, dass sich sicherlich potentielle Kunden für Samsung entscheiden könnten.

          Was Samsung auf seiner Pressekonferenz vorgestellt hat, gehört zu einer Gerätegattung, die sich allmählich zu etablieren scheint. Denn nicht nur Microsoft und Samsung haben ein 2-in-1-Gerät im Angebot, sondern auch Apple. Im Herbst kam das iPad Pro auf den Markt, das sich ebenfalls durch sein Doppelfunktionalität auszeichnet. Es ist ein großes Tablet, das durch eine optionale Tastatur zum leichten und schmalen Notebook wird, dessen Bildschirm zudem mit einem Stift bedient werden kann.

          2-in1-Geräte etablieren sich

          So auch das TabPro S von Samsung. Es hat einen 12 Zoll großes Amoled-Display. Das dazugehörige Keyboard Cover ist eine vollwertige Tastatur und lässt sich ebenso wie die Varianten von Apple und Microsoft über eine Schnittstelle (Pogo Pin) verbinden, sodass es vom Tablet mit Strom versorgt wird. Das Tablet kann mit Hilfe des Tastaturanhangs in zwei Stellungen gebracht werden, indem die eine Seite entsprechend gefaltet wird. Beim ersten Hands-on hat dies sehr gut funktioniert, obwohl man mit einer Aussparung die aus dem Gehäuse herausstehende Kameralinse genau treffen muss. Löst man das TabPro S aus der Verbindung mit der Tastatur und klemmt es zwischen diese und den faltbaren Deckel hat man den klassischen Notebook-Look für den sicheren Transport.

          Das Schreiben mit dem Zehn-Finger-System ging beim ersten Ausprobieren nicht so leicht vonstatten, wie wir erwartet haben. Die Haptik der Tastatur erinnerte uns an die erste Versionen der Surface-Tastatur von Microsoft, die sich über die Versionen hinweg deutlich verbessert hat. Längere Texte lassen sich damit nicht bequem schreiben. Das Surface und Apples iPad Pro nutzen nur die Tastatur als Schutz des Bildschirms. Der Rücken bleibt frei. Dadurch bleibt das Paket dünn. Das TabPro S ist ohne Tastatur nur 6,3 Millimeter dick und wiegt knapp 700 Gramm. Sein Design wirkt ausgereift und elegant.

          Sieht so aus wie ein gewöhnliches Notebook: das TabPro S von Samsung Bilderstrecke

          Auch wenn der sehr gute Bildschirm mit 12 Zoll mit einer Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln in seinen Maßen recht üppig und seiner Darstellung sehr ansprechend ist, hat man ebenso wie beim Surface das Bedürfnis, die Windows-Oberfläche mit einem Stift bedienen zu wollen, weil die Icons jenseits der Kacheloptik doch recht klein sind. Den Stift konnte man auf der CES leider nicht ausprobieren. Er wird per Bluetooth verbunden und dient ebenso zur Menübedienung wie als Schreibgerät. Im Gegensatz zum Surface von Microsoft, wo der Stift magnetisch am Gehäuse hält, hat auch Samsung ebenso wie Apple keine andere Lösung gefunden, als den Stift halterlos beizulegen.

          Zweieinhalb Stunden Ladezeit

          Das TabPro S ist mit einem Intel-M-Prozessor ausgestattet. Der Akku lässt sich in nur zweieinhalb Stunden aufladen, was recht flott ist. Die als Akkulaufzeit angegebenen 10,5 Stunden lassen vermuten, dass auch dieses Tablet an einem arbeitsreichen Tag vor Feierabend an die Steckdose muss. Mit einem „Multi-Port-Adapter“ kommt man auf drei Schnittstellen: HDMI, USB Typ A und C. Wie auch bei den 2-in-1-Lösungen der Konkurrenz bekommt der Vergleich mit einem Notebook eine etwas andere Perspektive, wenn man den Preis betrachtet. Mit Windows 10 Home und einem W-Lan-Modul kostet das TabPro S knapp 1000 Euro. Will man LTE nutzen, kommen 100 Euro dazu. Und der Preis für die Version mit Windows 10 Pro und LTE-Funkverbindung liegt bei knapp 1200 Euro. In allen drei Varianten stehen 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte interner Speicher zur Verfügung.

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          Die Gerätegattung der 2-in-1-Tablets dürfte sich nun endgültig etabliert haben. Der Vorteil der Tablets von Microsoft und Samsung ist das Betriebssystem. Denn bei der Überlegung, ob man sich ein Notebook mit Windows 10 kauft oder sich für eine wandelbare Variante entscheidet, spielt das Betriebssystem als Parameter keine Rolle, weil es das Gleiche ist. Hingegen bei Apple schon: Auf dem iPad Pro läuft iOS und auf den Macbooks MacOS. Nachteile gegenüber manchem Notebook ist allerdings die Hardware. Wer intensiv damit Spiele machen oder Videos schneiden will, wird mit dem Intel-M-Prozessor schnell an Grenzen stoßen. Ansonsten stehen den Freunden von solch wandelbaren Geräten mit dem Microsoft Surface 4, Apple iPad Pro und Samsung Galaxy TabPro S drei gute Produkte zur Wahl.

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