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CES in Las Vegas : Projektoren für alle Fälle

Brille ohne Durchblick Bild: Marco Dettweiler

Klobige Projektoren kennt man von Vorträgen oder Mini-Kinos. Sie hängen meist an der Decke oder stehen auf dem Tisch. Doch auf der CES gibt es eine wahre Flut von Mini-Projektoren.

          3 Min.

          Der Weg zu den IT Villages auf der CES ist nicht einfach. Man muss sich mehrmals durchfragen, bevor man die Räume erreicht. Dort hat dann Texas Instruments jede Menge kleiner Aussteller versammelt, die ihre Produkte vorstellen. Sie verwenden alle den DLP (Digital Light Processing) von Texas Instruments. Das Unternehmen hat seit Jahren ein Patent darauf und konkurriert bei den Beamern mit der LCD-Technik. Aufgrund der Konstruktionsmerkmale schaffen es Partnerunternehmen und Texas Instruments, mit Hilfe dieses Chips sehr kleine Projektoren zu bauen. Dies ermöglicht die Baureihe der Pico-Chipset-Familie.

          Die neuesten Produkte, die man hier auf der CES zu sehen bekommt, faszinieren auf jeden Fall. Schon allein aufgrund ihrer Größe. Letztlich muss sich im Alltag zeigen, wie gut sie sind. Eine entscheidende Frage ist zum Beispiel, wie lichtstark sie sind. Das müsste sich erst noch im Alltag zeigen. Wir wollen nun ein paar witzige – und vielleicht auch praktische – Projektoren vorstellen.

          Bereit für Star Trek

          Allein der Anblick von außen ist der Hammer. Dieses Kopfhörer-Brillen-Monster wird als „wearable display“ vorgestellt. Es ist zum Filme gucken gedacht. Wenn man es aufgesetzt hat, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Das ist nicht unbedingt angenehm. Die Ohrmuscheln drücken etwas, das Bild muss noch über zwei Rädchen justiert werden. Und dann muss man sich an die „Leinwand“ gewöhnen. Die Bilder werden nämlich mit jeweils 720 Zeilen direkt auf die Augen projiziert. Die LED-Signale werden durch zwei Millionen Mini-Spiegel geschickt und landen gewissermaßen direkt auf der Netzhaut.

          Man muss sich das so vorstellen, als säße man in einem dunklen Raum und in ein paar Meter Entfernung ist die Leinwand. Es erinnert ein wenig an die 3D-Situation im Kino – nur ohne 3D. Der Akku hält drei Stunden und die Daten werden per HDMI-Schnittstelle zugespielt. Der Kopfhörer hat mit 40 Millimeter einen recht großen Treiber und unterdrückt Geräusche per Noise-Cancelling. Wir haben das Ding nur wenige Minuten aufgehabt. Vermutlich ist man nach einem ganzen Film ziemlich erledigt, weil diese Art des Sehens ganz schön anstrengt.

          Der Mini-Beamer fürs Notebook

          Kleine Projektoren gibt es von Texas Instruments schon länger. Doch dieses Mini-Teil ist rekordverdächtig. Es wird per USB mit dem Notebook verbunden und wirft dann den Bildschirm-Inhalt an die Wand.

          Mini-Beamer fürs Notebook
          Mini-Beamer fürs Notebook : Bild: Marco Dettweiler

          Die Diagonale des projizierten Bildes ist nicht viel größer als das Notebook selbst. Sinnvoll wäre es, diesen Mini-Beamer an ein Smartphone anzuschließen. Aber diese sind in der Regel nicht mit einer dafür fähigen USB-Schnittstelle ausgestattet. Und vergrößert man das Bild, indem man den Projektor weiter von der Wand weg aufstellt, wird das Bild natürlich kontrastärmer. Dennoch: Ein nettes Gadget, mit dem man beeindrucken kann.

          Projektor für enge Räume

          Dieses Gerät ist schon praktischer als das eben vorgestellte. Jeder, der schon mal einen Beamer aufstellen wollte, kennt das Problem: Man muss einen Platz finden, der ein paar Meter von der Wand entfernt ist, um das Bild projizieren zu können.

          Projektor für enge Räume
          Projektor für enge Räume : Bild: Marco Dettweiler

          Der Trick bei diesem Gerät: Das Licht wird zunächst über einen Spiegel geschickt, der es dann im entsprechenden Winkel an die Wand wirft. Dadurch kann der Beamer sehr nahe an der Wand stehen. Will man diese Eigenschaft nutzen, wird das Bild nicht riesengroß. Aber das Bild mit der Diagonale, das auf der CES zu sehen war, hatte schon ordentliche Ausmaße.

          Den Hot Spot mit dabei

          Mit diesem Gerät kam ein Mitarbeiter von Texas Instruments besonders stolz um die Ecke. Es ist natürlich ein Projektor. Wenn man aber genau drauf schaut, vermutet man schon den Zusatznutzen. Es ist letztlich auch ein kleiner Computer, auf dem Android läuft. Man erkennt es an den vom Smartphone bekannten Zeichen wie „Home“ und „Zurück“.

          Projektor mit Hot Spot
          Projektor mit Hot Spot : Bild: Marco Dettweiler

          Das Gerät projiziert also jeden Inhalt, den man über das Android-Betriebssystem aufruft: Browser, Youtube-App, Bilder-App und so weiter. Doch der Clou kommt noch. Der Projektor fungiert auch als Hot Spot. Eine Internetverbindung mittels eines Providers vorausgesetzt, lässt sich also ein kleines Netz aufbauen, um Inhalte auszutauschen und zu projizieren. Das würden wir sehr gerne mal ausprobieren.

          Dieser Ball passt auf

          Um es gleich vorwegzunehmen: Dieser Ball ist kein Projektor. Er wurde dennoch gezeigt, weil er mit Sensoren von Texas Instruments bestückt ist. Mit dem 94Fifty spielt man zunächst ganz normal Basketball.

          Dieser Ball passt auf
          Dieser Ball passt auf : Bild: Marco Dettweiler

          Der Mehrwert ergibt sich nach dem Spiel. Über eine App lässt sich das Spiel analysieren. Das Tablet weiß, wann man den Ball falsch behandelt hat und schlägt vor, wie man es besser tun soll. Ein Kriterium dafür ist zum Beispiel der Spin, also wie sehr sich der Ball während des Wurfs dreht. Ähnlich wie bei einem Fitnessband zählt die App auch, wie oft man beim Dribbeln den Ball auf den Boden geworfen hat.

          Der Ball ist in Amerika wohl schon sehr beliebt und wird von Trainern in verschiedenen Ligen eingesetzt. Es ist auch im Apple-Store erhältlich. Kostenpunkt: zirka 300 Dollar.

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