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CES in Las Vegas : High-Tech-Unterwäsche und schlaue Roboter

Arthur Menard präsentiert höchstselbst die High-Tech-Boxershorts seines Unternehmens. Bild: AP

Auf der großen Zukunftsmesse CES in Las Vegas gibt es auch eine Ausstellung über Kuriositäten. Sie zeigt diesmal, was die Vernetzung des Alltags wirklich bedeuten kann. Ein Rundgang.

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          Arthur Menard macht es nichts aus, in Unterwäsche mit dem Messepublikum zu plaudern. Blaue Boxershorts, Turnschuhe und ein T-Shirt - mehr trägt er nicht am Dienstagabend auf der Innovationsschau „Unveiled“, einem der ersten Programmpunkte auf der Elektronikmesse CES. Diese Boxershorts sind das Produkt des von ihm gegründeten Unternehmens Spartan aus Paris. Sie sollen die männlichen Geschlechtsorgane vor Handystrahlung schützen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Menard sagt, diese Strahlen könnten die Spermienzahl von Männern, die ihr Handy ständig in der Hosentasche tragen, erheblich beeinträchtigen. In seinen Boxershorts werden daher Silberfasern mit Baumwolle verarbeitet, um ein elektromagnetisches Schutzschild schaffen.

          Dieses blockiert nach seinen Worten mehr als 99 Prozent aller Strahlen. Auf Menards T-Shirt steht unter dem Firmenlogo der Spruch: „Saving Humanity With Boxers“ – „Die Menschheit mit Boxershorts retten“.

          Schwangerschaft messen

          Die „Unveiled“-Schau ist traditionell ein Ort für Kuriositäten wie die High-Tech-Unterwäsche von Spartan. Aber sie gibt oft auch die großen Themen der CES vor. Diesmal waren Drohnen und Roboter zu bestaunen, es wurde viel über künstliche Intelligenz gesprochen, und es war zu sehen, wie die Digitalisierung immer mehr Dinge des Alltags erfasst.

          Wie schon in den vergangenen beiden Jahren wurde eine wahre Flut von Haushaltsgegenständen präsentiert, die durch Anbindung an das Internet intelligenter gemacht worden sind, von Rauchmeldern und Lampen über Schlösser bis hin zu Duschen. Es gab sogar ein Gerät, das dabei helfen soll, perfekten Tee zuzubereiten.

          Eine noch größere Rolle als in den vergangenen Jahren spielten diesmal Produkte rund um Gesundheit und Wohlbefinden, weshalb auch die Boxershorts gut hierher passten. Das amerikanische Unternehmen Bloomlife zeigte zum Beispiel einen Sensor, der das Muster von Kontraktionen im letzten Drittel der Schwangerschaft misst und mit einem Smartphone verbunden werden kann. Das Gerät soll zum Beispiel helfen, unnötige Besuche beim Arzt zu vermeiden.

          Das französische Unternehmen Elancyl demonstrierte ein Massagegerät, das nach seiner Aussage in klinischen Tests bewiesen hat, Cellulite bekämpfen zu können. Die zum Kosmetikkonzern L’Oréal gehörende Haarpflegemarke Kérastase war mit einer intelligenten Haarbürste vertreten. Mit ihr soll das Risiko, durch allzu heftiges Bürsten seine Haare zu beschädigen, reduziert werden.

          Eine ganze Reihe der in Las Vegas zu sehenden Produkte zielt darauf ab, den Schlaf zu verbessern. Das amerikanische Unternehmen Acoustic Sheep zum Beispiel präsentierte ein digital aufgerüstetes Plüschschaf, das zum einen als ein Kuscheltier für Kinder gedacht ist, ihnen aber auch helfen soll, besser zu schlafen. Das Schaf hat integrierte Lautsprecher und Sensoren, sowie eine spezielle Software, die im Laufe der Zeit erlernen soll, wie ein Kind in seinem Schlafverhalten auf bestimmte Musik reagiert. „Wir können zum Beispiel herausfinden, wenn ein Kind beim Hören von Mozart besonders ruhig schläft,“ sagt Wei-Shin Lai, die Gründerin des Unternehmens.

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