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CES 2015 : Daimler und ABB verdrängen Apple und Microsoft

Kurz vor der CES zeigte Mercedes auf seiner Facebook-Seite diese Studie Bild: Hersteller

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas werden neben Fernsehern immer mehr Autos, Haushaltsgeräte, Drohnen und Uhren gezeigt. Der Trend ist eindeutig.

          Messen sind Anlässe, um neue Produkte vorzustellen. Wenn sich die Elektronikindustrie vom 6. bis zum 9. Januar in Las Vegas zur Consumer Electronics Show (CES) trifft, werden wie in den vergangenen Jahren wieder Tausende von Neuheiten zu sehen sein. Allerdings sind die spektakulärsten Produktenthüllungen der Branche immer seltener in Las Vegas zu sehen. Viele Unternehmen folgen dem Beispiel des Elektronikgiganten Apple und zeigen Neuheiten auf eigenen Veranstaltungen. Eine Reihe prominenter Unternehmen wie der Softwarekonzern Microsoft haben sich aus dem Kreis der CES-Aussteller ganz verabschiedet.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Für den Analysten J.P. Gownder von Forrester Research heißt das aber nicht, dass die Messe ihre Bedeutung als Branchentreff eingebüßt hat: „Auf der CES werden die großen Trends identifiziert“, sagt er. Vom sogenannten „Internet der Dinge“ über Roboter und Drohnen bis zu am Körper tragbaren elektronischen Geräten („Wearables“): Auf der CES versucht die Branche, sich ein Bild vom Zukunftspotential neuer Produktkategorien zu machen. Und so bleibt die Veranstaltung ein Besuchermagnet, der auch in diesem Jahr mehr als 150.000 Menschen anlocken dürfte.

          Die CES folgt auf ein ereignisreiches Jahr für die amerikanische Technologieindustrie. Es gab eine Reihe von Großübernahmen, wobei das soziale Netzwerk Facebook mit den milliardenschweren Akquisitionen des Kurzmitteilungsdienstes Whatsapp und des Videobrillenherstellers Oculus besonders aktiv war. Manche etablierte Adressen wie der Technologiekonzern Hewlett-Packard und der Online-Händler Ebay schlugen dagegen einen Schrumpfkurs ein und kündigten an, sich aufzuspalten. Bewertungen junger Technologieunternehmen erreichten allgemein atemberaubende Dimensionen, der Fahrdienst Uber etwa wurde gerade in einer Finanzierungsrunde mit 40 Milliarden Dollar bewertet.

          Es gab einige spektakuläre Personalveränderungen wie die Berufung von Satya Nadella zum Vorstandsvorsitzenden von Microsoft. Und der zwischenzeitlich an der Börse in Ungnade gefallene Elektronikkonzern Apple ist wieder obenauf. Mit der im Herbst vorgestellten Computeruhr Apple Watch wagt sich das Unternehmen zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder in eine neue Produktkategorie und versucht damit, Zweifel an seiner Innovationsfähigkeit zu zerstreuen.

          Schlagwort „Internet der Dinge“

          Die Messe in Las Vegas deckt üblicherweise ein breites Spektrum der Elektronikindustrie ab. Traditionell gehören Fernseher zu den wichtigsten Produktkategorien auf der CES, ansonsten reicht die Palette von Personalcomputern über Smartphones, Kameras und Lautsprecher bis hin zu Videospielen. Der auch unter dem Schlagwort „Internet der Dinge“ bekannte Trend zur Vernetzung von Gegenständen des Alltags hat den Aktionsradius der CES in jüngster Zeit erweitert. Produkte wie Autos, Haushaltsgeräte und sogar Bekleidung werden zunehmend mit dem Internet verbunden und nehmen daher auch in Las Vegas mehr Raum ein.

          Gerade für die Autoindustrie wird die CES immer mehr zu einer Pflichtveranstaltung, und das, obwohl nur wenige Tage später die traditionell wichtigste amerikanische Automesse in Detroit auf dem Programm steht. Dieter Zetsche, der Vorstandsvorsitzende des deutschen Daimler-Konzerns und sein Kollege Mark Fields vom amerikanischen Wettbewerber Ford werden auf der CES jeweils eine der Hauptreden („Keynotes“) halten. Damit gehen diesmal zwei dieser fünf prominenten Rednerplätze an Vertreter der Autoindustrie. Der Volkswagen-Konzern, der mit seiner Tochtergesellschaft Audi schon seit Jahren auf der CES präsent ist, wird in diesem Jahr erstmals auch mit seiner Stammmarke Flagge zeigen. Forrester-Analyst Gownder sagt: „Ich kann mich an Zeiten erinnern, als auf der CES so gut wie kein Auto stand. Jetzt dominieren Autohersteller eine ganze Halle.“

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