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CES 2013 : 4k-Spaß im Zockerparadies

  • -Aktualisiert am

Mit 10-Punkt-Multitouch-Oberfläche ausgerüstet

Auch für Sharp sind Extremauflösung und überschaubare Bildflächen kein Widerspruch. Der Hersteller kombiniert beides in zwei 32 Zoll (81 Zentimeter) großen Bildschirmen, einer davon ist zusätzlich mit einer 10-Punkt-Multitouch-Oberfläche ausgerüstet. Sharp erprobt damit gleichzeitig eine brandneue Halbleitertechnik, die sich IGZO nennt - nach den chemischen Ingredienzen Indium, Gallium, Zink und Sauerstoff („Oxygen“). IGZO-Displays reagieren 20 bis 50Mal schneller auf die Bildsignale als herkömmliche LCD-Bildschirme, die Schalttransistoren brauchen nur einen Bruchteil der Fläche ihrer konventionellen Artgenossen.

Das erlaubt die doppelte Auflösung heutiger LCD-Bildschirme, gleichzeitig steigt die Lichtausbeute. Und: Im Vergleich sparen IGZO-Schirme, so lange sich die Bilder nicht bewegen, bis zu 90 Prozent Strom. Selbst wenn der Strom komplett abgeschaltet wird, bleiben Standbilder weiter sichtbar. Schließlich: IGZO-Displays lassen sich wesentlich dünner fertigen als herkömmliche LCD-Bildschirme. All dies sind ideale Eigenschaften für den Einsatz in mobilen Geräten wie Tablets. Hilft IGZO am Ende sogar dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen, aber technisch nach wie vor führenden Hersteller wieder auf die Beine? Das wäre ein weiteres Wunder.

Spannend ist auch, wie sich das Thema Smart TV weiterentwickelt. Längst nicht alle Erwartungen an die Fähigkeit der jüngsten Fernsehergenerationen, das Internet als weitere Quelle von Information und Unterhaltung zu erschließen, haben sich bisher erfüllt - einfach weil Bedienkonzepte, Rechenleistungen der Geräteelektronik und Angebote aus dem Web noch allenthalben Wünsche offenlassen.

Aber die Hersteller zeigen Problembewusstsein: Samsung und LG zum Beispiel haben die Seiten ihrer Bedienoberflächen abermals gründlich aufgeräumt. Samsung sortiert die Inhalte und Dienste neuerdings auf separaten Seiten - nach den Kriterien „Fernsehprogramme und Filme“, „Programmempfehlungen“ (die das Gerät nach Nutzungsgewohnheiten ermittelt), „Social“ (dazu gehören soziale Netzwerke ebenso wie Skype) und „Apps“. Panasonic ist stolz auf seine Funktion „My Homescreen“, die sich jeder Zuschauer selbst gestalten kann.

Wie aber wird sich die Zugangstechnik zum Internet, die hinter den Fernsehbildschirmen steckt, weiterentwickeln? Bisher setzt fast jeder Hersteller auf eigene Lösungen, und das treibt die Entwicklung attraktiver Angebote nicht gerade voran. Doch Abhilfe ist in Sicht. Schon im Sommer des letzten Jahres hatten sich Toshiba, LG und TP Vision (Philips) zu einer „Smart TV Alliance“ zusammengeschlossen, um gemeinsame Spezifikationen für den Internetzugang zu entwickeln. Zur CES nun erhielt die Organisation Zuwachs: Panasonic, Abox42 (ein Schwesterunternehmen von Videoweb), Technisat, IBM und das Medienunternehmen Specific Media haben sich der Initiative angeschlossen, Sharp dürfte in Kürze folgen. Sony und Samsung wären gut beraten, ebenfalls mitzumachen, denn die Vorteile liegen auf der Hand: Inhalteanbieter brauchten dann nur noch für eine einzige technische Plattform zu entwickeln. Die gemeinsame Unterstützung offener Standards wie HTML5 würde umfassende Funktionalität sicherstellen. Und für alle Hersteller verfügbare Testverfahren würden helfen, die technische Qualität der Internetangebote weiter zu verbessern.

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