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SAP-Chef Jim Hagemann Snabe : „Wir arbeiten an der nächsten Cloud“

  • Aktualisiert am

Jim Hagemann Snabe, der Vorstandsvorsitzende des Softwarehauses SAP Bild: REUTERS

SAP hat sich binnen einer Generation von einem kleinen Softwarehaus zum Marktprimus hochgearbeitet. Es hat eine gut gefüllte Produktpipeline, weiteres Wachstum auf der Agenda und macht sich mit neuen Technologien daran, die Industrie aufzumischen.

          Herr Hagemann Snabe, wenn Sie SAP eine Farbe geben könnten, welche würde es sein?

          Die Farbe der SAP ist ja blau, und das wird auch so bleiben. Denn es steht für Nachhaltigkeit, Kundentreue und Innovation.

          Blau steht auch für Ausgeglichenheit und gilt als beruhigend. Die SAP kommt mit ihren neuen Produkten aber ziemlich aggressiv daher.

          Wir sind ziemlich aggressiv, was die Innovation angeht, und wir wollen unsere Innovationen natürlich auch in den Markt bringen.

          Klingt gut, worum geht es genauer?

          Wir wollen ein Unternehmen für alle sein. Traditionell ist SAP für das Geschäft mit Großkunden bekannt. Seit einiger Zeit haben wir auch kleinere und kleine Unternehmen im Fokus. Wir wollen in den Kundenfirmen auch nicht nur Produkte für bestimmte Abteilungen anbieten, sondern Produkte für alle Abteilungen, für alle Mitarbeiter - vom Vertrieb bis zur Buchhaltung und der Produktion. Und wir bieten jetzt zunehmend auch Lösungen für die Kunden unserer Kunden an.

          Und wie wollen Sie das machen?

          Die Technik macht es möglich. Denken wir an Cloudcomputing, an mobile Endgeräte, an neue Speicher- und Analyseinstrumente des In-Memory-Computing, mit denen wir riesige Datensätze in Echtzeit analysieren können.

          Mit Hana haben Sie eine solche In-Memory-Speicherung entwickelt, auf den Markt gebracht und nicht nur Konkurrenten aufhorchen lassen. Auch Partner wie IBM, die selbst Datenbanksysteme anbieten, sind, na sagen wir mal, verstört.

          Mit Hana ist es wie mit allen Innovationen. Sie lösen Entwicklungen aus. Und wir gehen den einzigen möglichen, gangbaren und fairen Weg mit unseren Innovationen: Wir setzen dabei auf Offenheit und Wahlmöglichkeiten. Jeder kann Hana haben, kann es mit seinen Produkten anbieten und nutzen. Unsere Prämisse war und ist: Der Kunde will Wahlfreiheit, und die geben wir ihm.

          Und die Partner? IBM dürfte sich in einem seiner wichtigsten Geschäftsbereiche angegriffen fühlen, und gehört doch zu den größten Implementierern von SAP-Systemen. Mehr als die Hälfte aller Ihrer Kunden lassen SAP-Programme über Datenbanken von Oracle laufen. IBM und Oracle reagieren.

          Sicher machen sie das. IBM ist da ein gutes Beispiel. Als wir 1992 unsere Firmensoftware R/3 auf den Markt brachten, da hat das den Wechsel von den großen IBM-Mainframe-Computern hin zu Netzwerkrechnern beschleunigt. Wir hatten eine langjährige Partnerschaft mit IBM und die stellte sicher, dass beide Unternehmen von diesem Wechsel profitierten. Das sehen wir heute bei der Entwicklung von Datenbanksystemen ähnlich.

          Inwiefern?

          Offenheit ist entscheidend. Hana kann von jedem genutzt werden, der es haben will, und ich kann Ihnen sagen: Sehr viele sind interessiert, viele wollen es. Mit Hana erlösten wir im vergangenen Jahr 160 Millionen Euro, dabei hatten wir uns lediglich 100 Millionen erhofft. Wir haben hier bereits mehrere hundert Kunden und knapp 2000 interessierte Kunden in der Pipeline. Hana ist die am schnellsten wachsende Lösung in der vierzigjährigen SAP-Geschichte.

          Warum ist das so?

          Hana senkt die Kosten und erhöht die Leistung um das Hundert-, Tausend- und bei manchen Kunden auch das Hunderttausendfache.

          Um das Hunderttausendfache?

          Ja. Die Computer suchen die zu bearbeitenden Daten nicht erst auf einer Festplatte und greifen sie dort ab, sie nehmen sie gleich vom Hauptspeicher. Das vereinfacht die Datenverarbeitung und beschleunigt jeden weiteren Arbeitsschritt enorm.

          Und wofür braucht man solche Geschwindigkeiten?

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