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Chef der Software AG im Gespräch : „Wir machen Unternehmen fit für die Cloud“

  • Aktualisiert am

Der Vorstandsvorsitzende der Software AG: Karl-Heinz Streibich Bild: dapd

Der Chef der Software AG, Karl-Heinz Streibich, setzt sich ehrgeizige Wachstumsziele und strebt in den Dax. Kleinen Unternehmen im Umland soll geholfen werden. Auf lange Sicht sei es durchaus möglich, den Umsatz von SAP zu übertreffen.

          Herr Streibich, Ihr Softwarekonzern klopft immer lauter an die Türen des Börsenoberhauses Dax, aber kaum jemand versteht, welche Produkte Sie eigentlich verkaufen. Klären Sie uns auf.

          Die Software AG war in den vergangenen sieben Jahren so erfolgreich, weil wir voll auf das Thema der Integration gesetzt haben. Das heißt, dass unsere Produkte dafür sorgen, dass einzelne Softwareprogramme, die in einem Unternehmen eingesetzt werden, sich plötzlich miteinander verstehen und den gesamten realwirtschaftlichen Geschäftsprozess durchgängig begleiten können. Wenn sie so wollen, bieten wir Unternehmen die Plattform an, um ihr Geschäft umfassend zu digitalisieren und damit besser zu steuern und zu überwachen.

          Das heißt, Sie profitieren davon, dass sich Programme, die in einem Unternehmen eingesetzt werden, ohne die Software AG wie Silos verhalten, die ihre Daten nicht oder nur mühsam an andere Softwareprodukte weitergeben können?

          Richtig. Ein zusätzlicher Nutzen ergibt sich daraus, dass nur ein Viertel der Software in einem Unternehmen sogenannte Standardsoftware ist, der Rest aber individuell-maßgeschneiderte Programme, die es nur in dem jeweiligen Unternehmen gibt. Wir führen diese Welten zusammen. Und auf diesem Markt der Systemintegration sind wir globaler Technologieführer.

          Das klingt gut, doch obwohl die Software AG ohne Zweifel stark gewachsen ist, machen sie auch „nur“ eine Milliarde Euro Umsatz. Müsste da nicht mehr drin sein?

          Da ist mehr drin. Es ist für die Software AG auf lange Sicht durchaus möglich den Umsatz zu übertreffen, den zum Beispiel SAP mit seinen betriebswirtschaftlichen Standardprogrammen macht.

          Das ist ehrgeizig.

          Nur dann, wenn man nicht weiß, dass individuelle Softwarelösungen eine viel größere Verbreitung haben als Standardsoftware.

          Und die Software AG kann dieses Wachstum weiterhin aus eigener Kraft erreichen?

          Wenn sie mit „eigener Kraft“ meinen, dass wir unterwegs von keinem großen IT-Konzern übernommen werden müssen, um unseren Weg des Wachstums zu gehen, dann ja. Aber zu eigener Kraft zählen für mich neben dem sogenannten organischen Wachstum ausdrücklich weiterhin auch Übernahmen anderer Unternehmen.

          Solche Übernahmen können Sie schon wieder finanzieren? Die Belastungen durch die jüngste Übernehme von IDS Scheer sind verdaut?

          So ist es. Wir werden Ende dieses Jahres den Großteil der in diesem Zusammenhang aufgenommen Kredite zurückgezahlt haben und einen Liquiditätsüberschuss ausweisen. Übernahmen im Volumen von bis zu 1 Milliarde Euro sind für uns dann wieder möglich. Und wir werden eine solche Übernahme bar und nicht mit Aktien bezahlen.

          Der Grund dafür ist gewiss auch, dass Sie die Stellung Ihres größten Einzelaktionärs, der Software AG Stiftung, nicht schwächen wollen. Das heißt aber auch, dass Kapitalerhöhungen für Sie schwierig sind.

          Die brauchen wir auch gar nicht, unser Mittelzufluss (Cash-flow) ist hoch genug, um unsere Pläne umzusetzen.

          Zugleich schützen Sie die 30 Prozent, die die Stiftung hält, vor feindlichen Übernahmen.

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