https://www.faz.net/-gy9-15xks

Computer steuern : Wer braucht noch Tastatur und Maus?

Bild: FAZ.NET - Andreas Brand

Berührungsempfindliche Bildschirme beweisen, dass man mit dem Computer auch ohne Maus und Tastatur kommunizieren kann. Doch es gibt weitere Möglichkeiten der Eingabe: beispielsweise Sprache oder „No-touch“. FAZ.NET stellt sie vor.

          Eigentlich ist die Kommunikation zwischen Mensch und Computer eine eingespielte Sache. Wir benutzen Tastatur und Maus, um den Rechnern zu sagen, was sie zu tun haben. Das funktioniert seit vielen Jahren reibungslos. Seit der Einführung des iPhones ist eine andere Eingabeart Mode geworden: der berührungsempfindliche Bildschirm. Jetzt tatschen alle gerne, am besten mit mehreren Fingern. Doch Multitouch-Funktionalität ist längst nicht die einzige Alternative zu Maus und Tastatur. Wir haben uns auf der Cebit mal auf die Suche nach Eingabemöglichkeiten gemacht.

          Andreas Brand

          Video-Redakteur bei FAZ.NET.

          Marco Dettweiler

          Sprache

          Das Unternehmen Linguatec ist bekannt für seine VoicePro-Software. Die Spracherkennung wandelt Gesprochenes in Geschriebenes um - und das in Echtzeit. Linguatec hat nun seine Software um eine Funktion erweitert. Der Mensch gibt der Maschine Befehle - und sie gehorcht. Nach einem kurzen Hörtraining für die Software, kann es sofort losgehen. Ein Beispiel: Die Worte „Suche in Wikipedia nach 'Eingabegerät'“ löst eine Kette von Befehlen aus. Es wird zunächst der Browser geöffnet, dann Wikipedia aufgerufen und der Ausdruck 'Eingabegerät' gesucht. Der ganze Prozess läuft so schnell ab, dass in wenigen Sekunden der Wikipedia-Eintrag zu sehen ist. Ebenso reibungslos lassen sich Fotos oder andere Dokumente über die Desktopsuche finden.

          Um fehlerfrei funktionieren zu können, fordert die Software von Linguatec ein Headset, damit nicht zu viele Außengeräusche die gesprochenen Befehle übertönen. In ruhiger Umgebung genügt allerdings ein ordentliches Mikrofon am Notebook, um ohne Tastatur oder Maus Anwendungen per Sprache auszuführen. Welche Programme mit dieser Eingabeart steuerbar sind, entscheidet Linguatec. Momentan reagiert der Browser, die Desktopsuche oder etwa der Mediaplayer auf Sprachanweisungen. Dankbar werden all jene sein, die aufgrund körperlicher Einschränkungen Maus und Tastatur nicht oder nur schwerlich bedienen können. Dankend ablehnen werden Nutzer, die sowieso den ganzen Tag reden und gerne schweigend vorm Computer sitzen.

          Multitouch I

          Microsoft folgt der Mode und Methode, wie Smartphones bedient werden, und setzt mit Windows 7 auf Multitouch-Funktionalität. Der Nutzer braucht zusätzlich einen Bildschirm, der eine berührungsempfindliche Oberfläche hat. Am Cebit-Stand konnte man an mächtigen Flachbildschirmen ausprobieren, wie sich das neue Windows anfühlt, wenn man mit dem Finger durch das Menü führt. Echtes Multitouch-Feeling stellt sich ein, wenn der Nutzer Programme wie etwa „Paint“ aufruft. Malen mit vier Fingern gleichzeitig macht das System locker mit - bei entsprechender Hardware allerdings. Mit den mittlerweile weit verbreiteten Fingergesten für Zoomen oder Wechseln von Bildern kann Windows 7 selbstverständlich auch umgehen.

          Das neue Betriebssystem wurde von Microsoft so vorbereitet, dass andere Softwarehersteller diese Funktionalität für eigene Multitouch-Anwendungen nutzen können. Treiber und Software regeln dann das Zusammenspiel mit dem Betriebssystem. Tastatur und Maus bleiben dabei nicht außen vor. Sie können parallel zur Fingereingabe benutzt werden. Der Nutzer entscheidet sich somit je nach Umgebung für die jeweilige Steuerung des Rechners. Ein Spiel kann auf einem berührungsempfindlichen Display interessant sein, Mailprogramm, Twitter oder Textverarbeitung sind ohne Tastatur nicht denkbar.

          Multitouch II

          Weitere Themen

          Das Darknet - Ort der Kriminalität? Video-Seite öffnen

          Erklärvideo : Das Darknet - Ort der Kriminalität?

          Die internationalen Polizeibehörden haben ein Pädophilen-Netzwerk zerschlagen, das im Darknet operierte. Diesen dunklen Bereich des Internets nutzen Menschen, die verborgen unterwegs sein wollen. Dazu gehören neben Schwerkriminellen auch Whistleblower und Regimekritiker, die Zensur umgehen wollen.

          Digitales Tulpenfieber

          Kunst und Codes : Digitales Tulpenfieber

          In Hannover und Basel zeigen junge Künstler, was sie mit Künstlicher Intelligenz schaffen können. Ihre Software lässt abertausend Blumen blühen – und züchtet Wesen für die Postapokalypse heran.

          Warum die Vereinigten Staaten keinen ICE haben Video-Seite öffnen

          Geisterbahn : Warum die Vereinigten Staaten keinen ICE haben

          2008 stimmten die Kalifornier in einem Referendum für eine Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke zwischen Los Angeles und San Francisco, passiert ist bis heute wenig. Weil die Baukosten explodiert sind, strich der neue Gouverneur unlängst die Mittel für das Projekt zusammen. Nun wird es womöglich nie kommen.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Außenminister : Tillerson keilt gegen Trump

          Mehr als ein Jahr nach seiner Entlassung spricht Trumps ehemalige Außenminister Rex Tillerson im Kongress über seine Amtszeit. Dabei erhärtet er eine Sorge vieler Beobachter.
          Tu felix Germania: Oder war auch damals bei Schröder schon eine Russin im Spiel?

          Fraktur : Blaues Wunder

          Bist du deppert: Machtbesoffenheit gibt es nicht nur in Österreich!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.