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Cebit 2010 : Schwierige Zeiten

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Bild: dpa

Die Computermesse in Hannover sucht ihre künftige Rolle in der Hightech-Welt. Auch wenn die Veranstalter den drastischen Ausstellerschwund der vergangenen Jahre bremsen konnten. Die Wirtschaftskrise beschleunigt den Strukturwandel.

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          Es sind schwierige Zeiten für die Cebit. Die Computermesse in Hannover sucht ihre künftige Rolle in der Hightech-Welt. Zwar konnten die Veranstalter den drastischen Ausstellerschwund der vergangenen Jahre bremsen. Fachmessen wie der weltweit größte Treff der Mobilfunk-Industrie in Barcelona - nur wenige Wochen vor der Cebit (2.-6. März) - aber haben an Bedeutung gewonnen. Dazu beschleunigt die Wirtschaftskrise den Strukturwandel in der Hightech-Industrie.

          Zwar haben sich die Geschäftserwartungen in der deutschen IT- Branche verbessert. Nach einem Umsatzrückgang von rund 2,5 Prozent auf 142 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erwartet der Branchenverband Bitkom für 2010 ein minimales Umsatzplus. Die Preise für PCs und Server aber sind weiter unter Druck. Bessere Geschäfte machen Firmen, die IT-Dienstleistungen anbieten.

          „Auf der Messe geht es nicht mehr nur um Show“

          Die Cebit müsse auf den ständigen Wandel in der Branche reagieren, sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. „Auf der Messe geht es nicht mehr nur um Show, Image und Vertrieb.“ In Hannover werde Politik gemacht. Für die Zukunft müsse es gelingen, der Cebit wieder ein klares Profil zu geben. „Wir müssen weg vom Bauchladen-Image.“ Als ein Hoffnungsträger der Branche gilt das mobile und schnelle Internet. Die Cebit 2010 bildet dies in ihrem Schwerpunktthema ab: „Connected Worlds“ - die unterschiedlichen Technologien wachsen zusammen. Spektakuläre Neuheiten aber feiern ihre Premiere nicht mehr in Hannover, sondern zum Beispiel auf dem Mobile World Congress in Barcelona oder der Consumer Electronics Show in Las Vegas.

          Und ein Branchenriese wie Apple stellt seine neuen Geräte wie zuletzt den Tablet-Computer iPad auf hauseigenen Veranstaltungen vor. Scheer meint jedoch, als breite Plattform für die gesamte IT-Welt sei die Cebit auch im weltweiten Vergleich einzigartig.

          „Die Messe verändert ihr Gesicht wie der Markt“

          Bereits vor zwei Jahren hatte die Deutsche Messe AG reagiert und die Cebit, ihr in stürmische See geratenes Flaggschiff, grundlegend umgebaut. Die Messe will seitdem stärker auf die Wünsche der professionellen Anwender eingehen, deren Nutzen soll im Vordergrund stehen. Die Cebit wurde wieder mehr zur „Profimesse“ für Fachbesucher, vor allem für den Mittelstand. Die Messekosten für die Aussteller wurden deutlich gesenkt, die Dauer der Cebit verkürzt. In diesem Jahr dauert sie nur noch fünf Tage, der Cebit-Sonntag fällt weg.

          Messe-Vorstand Ernst Raue sagte: „Die Messe verändert ihr Gesicht wie der Markt.“ Die Cebit sei mehr als eine Fachmesse. „Es ist der Platz, wo Themen und Trends gesetzt werden.“ Und so hat auch der Kongress-Charakter der weltgrößten Computermesse deutlich zugenommen - wie auch die Zahl der Sonderschauen. In diesem Jahr zum Beispiel bietet sich die Cebit nach der abgesagten Messe Popkomm als Treffpunkt der Musikbranche an. Bei der „Cebit Sounds!“ sollen Unternehmen und Macher aus dem Musikgeschäft und aus der Technologiebranche zusammengeführt werden. Und Raue hob hervor, dass auch über 100 wirtschaftspolitische Delegationen aus dem In- und Ausland in Hannover erwartet würden.

          Die Branche ist gespannt auf den weiteren Weg der Cebit. „Mit der Planung einer konzeptionellen Weiterentwicklung will die Cebit einen neuen Weg einschlagen“, sagte der Deutschland-Chef des Computerkonzerns Acer, Stefan Engel - und warnt zugleich: „Wir sind auf die Veränderungen sehr gespannt. Es könnte die letzte Chance sein, eine Weltmesse der IT zu bleiben.“

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