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Cebit 2005 : Doppelherz für müde Rechner

  • -Aktualisiert am

Winzige Festplatte mit lustigem Namen: Mickey Bild:

Die Cebit ist eine Messe mit Haben-wollen-Effekt. Ab Donnerstag ist in den Hannoveraner Hallen all das zu sehen, was technikbegeisterte Menschen in Verzückung geraten läßt.

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          Im Zentrum, wie der Kunstname Cebit einmal anzeigen wollte, steht in Hannover von dieser Woche an kaum mehr die Büro-Informationstechnik. Unterhaltungselektronik und Telekommunikation bestimmen die Messe immer stärker. Sie wird zur Schau für die Menge als Spaßerlebnis privater Heimtechnik.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Hochauflösendes Fernsehen (HDTV) wird überall detailreich und scharf vorgeführt. Panasonic präsentiert stolz das größte in Serie produzierte Plasma-Display (Diagonale: 165 Zentimeter). HDTV bringt auch neue Aufzeichnungsstandards: Kaum sind die DVD-Rekorder erschwinglich geworden, sind sie veraltet. Die Nachfolger der DVD heißen Blu-ray oder HD-DVD und tasten mit blauem Laserstrahl Gigabyte fassende Scheiben ab. Erste Geräte kommen noch in diesem Jahr. Noch aber wogt der Streit zwischen der Blu-ray-Association und der HD-DVD-Group um das beste Nachfolgeformat. Auf den Ständen von Philips, Sony, Panasonic gibt es mehr zu den Blu-ray-Scheiben (als Single-Layer-ROM 25 und als Double-Layer-Disk 50 Gigabyte), während Toshiba und NEC auf HD-DVD (15 und 30 Gigabyte) setzen.

          Wer sich daran erinnert, wie die Messeleitung vor wenigen Jahren Spielekonsolen vom Gelände verbannte, erlebt 2005 verwundert, daß immerhin bei Sony das Rennspiel Gran Turismo 4 Furore macht - doch leider zeigen die Japaner ihre neue flache Konsole PSP nicht. Samsung veranstaltet auf der Cebit einen Wettbewerb für Sport-Computerspiele. Ein namhafter Motherbord-Hersteller wie MSI präsentiert einen "Mega Player 522 BT", der als Kombinationsgerät MP3-Spieler, Radio, Diktiergerät und Bluetooth-Handy ist. Anubis stellt unter der Marke Typhoon einen Portable Multimedia Player (PMP) vor, der sich außer als Video-, MP3- und Spielekonsole, auch als Internet-Browser, Organizer und Diktiergerät eignen soll. Ob solcher Vielfalt die Orientierung verloren? Keine Bange, für 500 Euro gibt es im "My Guide PMP-Go" gleich noch ein GPS-Navigationssystem von Falk samt Sprachausgabe mit auf den Weg.

          Von vorne ein Handy, von hinten eine Kamera: Sony Ericsson K750i

          Verschnaufpause beim Megapixel-Wettlauf

          Bei bewegten und stehenden Digitalbildern legt der Fortschritt eine kleine Pause ein. War 2004 das Jahr der Digitalkamera, ist hier kreative Pause angesagt. Die Geräte mit einer Auflösung von 6 bis 8 Millionen Pixel haben und können alles, was der ambitionierte Amateur braucht. Nun erfaßt die Digitalisierung den Kamkorder. Er verschmilzt mit der Kamera und speichert wie diese auf einen Chip: Kein Band mit lästigem Hin- und Herspulen mehr, wie Geräte von JVC und Sanyo zeigen.

          Bei der Telekommunikation steht - wie in den vergangenen Jahren - das Thema UMTS an erster Stelle. Alle Netzbetreiber sind mit der neuen Technik gestartet, passende Handys sind in breiter Auswahl lieferbar und günstig dazu: Schon für einen Euro bietet Vodafone zum Leidwesen der Mitbewerber Geräte an - natürlich subventioniert mit Kartenvertrag und starkem "Branding". In den Großstädten läuft UMTS prima, nun beginnen die Marktführer T-Mobile und Vodafone in mittelgroßen und kleinen Städten mit dem Netzausbau.

          Navigieren mit dem Handy

          Neue Dienste und Anwendungen könnte A-GPS bringen: ein verbessertes Satellitenortungssystem, das viele Handys künftig mitbringen. Der Einsatz des Mobiltelefons als Routenführer im Auto, auf dem Fahrrad oder sogar für den Fußgänger wird damit einfacher denn je, weil ein zusätzlicher GPS-Empfangsknubbel entbehrlich ist. Das A1000 von Motorola soll beispielsweise mit A-GPS ausgerüstet sein. Daß UMTS mit neuen Verfahren (HSDPA, High Speed Downlink Packet Access) noch schneller ist, wird man auf der Cebit ebenso hören und sehen können wie "Surf @ home". Das ist die bei Vodafone und O2 schon lange angekündigte Idee, dank UMTS endlich auf den Festnetzanschluß der Telekom mit seiner hohen monatlichen Grundgebühr verzichten zu können. Sprach- und Datenübertragung laufen dann nur noch über das Funknetz, herkömmliche Geräte finden mit einem Adapter den Anschluß an die neue Technik.

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