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Business-Jets : Die Überflieger

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Bei den Super-Midsize-Jets für acht bis zwölf Passagiere konkurrieren vor allem der amerikanische Flugzeugbauer Cessna, die brasilianische Firma Embraer und der kanadische Bombardier-Konzern mit seinen Challenger- und Lear-Modellen. Diese Maschinen sind alle zweistrahlig, haben Stehhöhe in der Kabine und können Strecken von mehr als 4000 Kilometern nonstop zurücklegen. Bombardier präsentiert in diesem Segment seine neue Challenger 650, Cessna feiert die Premiere seines neuen Jets Latitude.

Am obersten Ende der Palette rangeln die Luxusanbieter Gulfstream, Bombardier-Global, Dassault-Falcon sowie Boeing und Airbus um diejenigen Kunden, bei denen Geld und die Länge der Startbahn keine große Rolle spielen. In diesem Segment, das ein Spiegel der Wirtschaftsentwicklung ist und sensibel auf politische Krisen reagiert, werden in normalen Jahren rund 500 Flugzeuge abgesetzt. Die Preise beginnen bei etwa 45 Millionen Dollar. Dafür werden Reichweiten im Nonstopflug von mehr als 9000 Kilometern und höchste Diskretion über den Kunden geboten. Bombardiers Topmodell 6000 hat 6000 Nautische Meilen Reichweite, das sind mehr als 11 000 Kilometer. Die Modelle 7000 und 8000 mit mehr Reichweite sind schon in der Erprobung. Konkurrent Gulfstream preist im Gegenzug sein ähnlich großes Flaggschiff vom Typ 650 ER, das ER steht für „Extended Range“, mit ebenfalls ultralanger Reichweite von sogar fast 14 000 Kilometern an. Zwei Tankstopps würden oft reichen, um mit der 650 ER einmal um die Welt fliegen zu können.

Exotische Ausstattungswünsche sind selten

Der französische Dassault-Konzern setzt wiederum mit den einzigen dreistrahligen Jets in dieser Klasse vom Typ Falcon 7X und 8X auf Eigner, die aus Sicherheitsgründen ein drittes Triebwerk schätzen. Dassault rühmt sich technologischer Führerschaft mit dem einprägsamen Spruch, mit seinen Maschinen könne man auf einem Taschentuch landen und nonstop nach Dubai fliegen. Exotische Ausstattungswünsche sind hier selten, denn die Kundschaft bestellt in der Regel alle fünf Jahre eine neue Maschine und denkt an den Wiederverkaufswert. Immerhin sind im Fall der 8X rund 55 Millionen Dollar anzulegen. Wer glaubt, an Bord fänden sich gewöhnlich Dusche oder Badewanne, wird enttäuscht. Die sind in den seltensten Fällen an Bord, wegen der horrenden zusätzlichen Einbaukosten und dem Problem, das Wasser zu transportieren, was Gewicht bringt und Platz kostet.

Airbus und Boeing bieten quasi jedes Flugzeug ihrer Modellreihe auch als Business-Version an. Sogar der riesige A380 ist in einer VIP-Version zu haben, und die Boeing 747-8 ist nicht nur als neue Airforce One für den amerikanischen Präsidenten vorgesehen. Für diese vierstrahligen Maschinen sind allerdings Millionensummen in dreistelliger Höhe fällig, die mit einer 3 beginnen.

Wer nicht das teuerste, sondern das schnellste Flugzeug sein Eigen nennen möchte, bitte sehr: Die Cessna Citation X+ erreicht Mach 0,935, umgerechnet 1155 km/h, gefolgt von der Gulfstream 650 mit Mach 0,925, also 1133 km/h. Diese Rekordwerte für zivile Flugzeuge liegen gerade noch im Unterschallbereich und sind natürlich auch hervorragend geeignet zum Angeben. Beide Business-Jet-Raketen sind im normalen Reiseflug etwas langsamer unterwegs, allerdings mit immer noch beeindruckenden 970 Kilometern in der Stunde. Damit lässt sich die Lufthansa nicht nur am Check-in locker abhängen.

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