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Frank-Holger Appel (hap.)

Tech-Talk : Max mag niemand mehr

  • -Aktualisiert am

Die Boeing 737 Max sollte ein Erfolg werden und wurde eine Tragödie. Nun darf sie wieder fliegen. Aber weil die Bezeichnung Max niemand mehr mag, werden die Flugzeuge umlackiert.

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          Es wird der Tag kommen, an dem der Flugverkehr wieder anläuft. Dann werden die Menschen auf die Boeing 737 Max treffen. Einige werden ein mulmiges Gefühl haben, manche womöglich nicht einsteigen wollen. Boeings Bestseller hat seinen Ruf durch zwei Abstürze ruiniert. Aus dem ursprünglichen Plan, mit kleineren Änderungen weiterzumachen, ist ein behördlich angeordnetes Flugverbot über 20 Monate geworden. Erst vor wenigen Tagen hat nach der amerikanischen FAA auch die europäische Flugsicherheitsbehörde Easa grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme gegeben.

          Technische Verbesserungen an Hard- und Software sowie zusätzliche Trainings für die Piloten sollen konstruktive Denkfehler behoben haben. Niemand kann sich leisten, mit Menschenleben leichtfertig umzugehen, deswegen darf man Vertrauen in die Entscheidung der Techniker und der Behörden haben. Und trotzdem sind sowohl der Hersteller Boeing als auch so manche Fluggesellschaft nervös. Von 737 Max ist nirgends mehr die Rede. Bestellungen werden dem Vernehmen nach jetzt unter der Bezeichnung 737-8 abgewickelt, so soll es bei der polnischen Charterfluggesellschaft Enter Air gewesen sein und auch bei der Bestellung der British-Airways-Muttergesellschaft IAG, die 737-8 und 737-10 in die Flotte aufnehmen will.

          Vor wenigen Tagen meldete Ryanair seine trostlosen Geschäftszahlen. Zugleich berichtete der irische Großkunde von 210 Bestellungen für die Boeing 737-8200, die mehr Sitze und weniger Umweltbelastung mit sich bringe. 8200? Die speziell für Ryanair ausgelegte Version ist eine -8 mit noch engerer Bestuhlung, statt 189 passen 200 Passagiere hinein. Also wahrlich Max, aber davon will niemand mehr etwas hören oder sehen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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