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BMW K 1600 : Ein leuchtendes Beispiel

BMW K 1600 GTL: In der Mitte das Xenon-Abblendlicht Bild: Hersteller

Wie kann man das Motorradfahren sicherer und angenehmer machen? Zum Beispiel durch Neuerungen wie das Kurvenlicht der BMW K 1600. Richtig interessant wird es mit der Sonderausstattung „Adaptives Kurvenlicht“.

          Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wer in der Dunkelheit mit einer BMW K 1600 GT unterwegs ist oder mit dem Schwestermodell GTL, dem geht ein Licht auf: Es wird mit einem Mal wieder klar, wie unzureichend das Abblend- und Fernlicht vieler Maschinen heute noch ist. Motorradfahrer kennen das Unbehagen, wenn man in der Kurve - einer Autobahnausfahrt zum Beispiel - auf eine schwarze Wand zufährt, weil wegen der unvermeidlichen Schräglage und der Neigung des Lichtkegels weniger die Fahrbahn als deren Rand angestrahlt wird, abgesehen von einem Lichtklecks unmittelbar vor dem Vorderrad. BMW beweist mit seinem Sechszylinder-Motorrad, dass es auch anders geht.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Die beiden K-1600-Typen, schwere, schnelle Luxustourer der 20 000-Euro-Klasse, sind mit einer Xenon-Lichtanlage samt serienmäßiger Leuchtweitenregulierung ausgestattet. Mittig in der Front sitzt das Xenon-Modul des Abblendlichts mit einer beweglichen Projektionslinse und einem Reflexionsspiegel darüber. Nickbewegungen des Motorrads (beim Bremsen und Beschleunigen) werden durch Sensoren an der Vorder- und Hinterradaufhängung erfasst und durch die bewegliche Linse egalisiert. Man nimmt in Geradeausfahrt wahr, wie sie die Leuchtweite nachreguliert, wenn man das Gas aufzieht oder kräftig die Bremse betätigt. Veränderungen der Beladung werden ebenfalls erkannt. Für ein Motorrad geradezu bombastisch ist das Fernlicht, dessen Rundscheinwerfer sich links und rechts des Xenon-Moduls befinden. Deren äußere Standlicht-Ringe sind ein Erkennungszeichen des vor anderthalb Jahren vorgestellten Reisebrummers.

          Das bewegliche Xenon-Modul strahlt über einen fest angebrachten Spiegel auf die Fahrbahn Bilderstrecke

          So weit, so hell. Richtig interessant wird es aber erst, wenn der Kunde - gegen Aufpreis - die Sonderausstattung „Adaptives Kurvenlicht“ ordert. Zusätzlich zum Nickausgleich erfolgt ein Ausgleich der gefahrenen Schräglage. Der Lichtkegel bleibt waagerecht, der Strahl wird in die Kurve hineingelenkt. Möglich wird das, weil der in der Basisversion feste Reflexionsspiegel hier beweglich ist. Er neigt sich in Abhängigkeit der Schräglage, die von einer zentral am Fahrzeug angebrachten Sensorbox ermittelt wird. Hauptamtlich sammelt dieses Bauteil Daten für die Traktionskontrolle DTC der K 1600. Solch ein DTC hat seine Berechtigung an einem Siebenzentnermotorrad, das 118 kW (160 PS) und 175 Newtonmeter wirken lässt.

          Das adaptive Kurvenlicht funktioniert exzellent. Wer helle ist, bestellt es dazu, es sei denn, er pflegt bei Dunkelheit nicht zu fahren. Dann kann man sich den Aufpreis von 860 Euro sparen - Kurvenlicht gibt es ausschließlich in Kombination mit der Traktions- sowie Reifendruckkontrolle im „Safety-Paket“.

          Sicherheit ist mehr denn je ein Thema der Branche, das wird auch die Intermot in Köln vom 3. bis 7. Oktober zeigen. Ob sich das Kurvenlicht schnell verbreiten wird, ist fraglich. Wegen der aufwendigen Bauart kommt es vermutlich für viele Motorräder gar nicht in Betracht. Einer Maschine wie der Honda Gold Wing, mit ihrem Sechszylinder-Boxer einzige echte Konkurrentin der K 1600, stünde dergleichen gut zu Gesicht. Die Gold Wing ist bis heute das einzige Motorrad, das mit Fahrer-Airbag angeboten wird. Honda hatte ihn nach langer, teurer Entwicklung 2006 vorgestellt und leise Hoffnung geweckt, das System könne nach und nach an andere Typen angepasst werden. Dabei blieb es dann aber auch.

          Serienmäßig mit Bremsassistenten

          Dagegen gilt ABS heute als Selbstverständlichkeit. Wer ohne antritt, ist mittlerweile ein Exot. BMW hat gerade angekündigt, vom Modelljahr 2013 an sämtliche Modelle serienmäßig mit Bremsassistenten auszustatten. Die Zeit der motorisierten Zweiräder ohne ABS neigt sich auch bei anderen Herstellern dem Ende entgegen, Antiblockiersysteme und auch Traktionskontrollen leisten ihre Dienste nicht nur im Straßenverkehr, sondern werden auch für den Gelände- oder Rennstreckeneinsatz abgestimmt. Doch ausgerechnet im Markt der 125er, die vorwiegend von jungen, unerfahrenen Leuten bewegt werden, sucht man ABS bisher leider vergeblich. Wohl aus Kostengründen.

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