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BMW i3 : Kaninchen unter Strom

  • -Aktualisiert am

Ist der elektrisierte BMW i3 nun ein Erfolgsprodukt oder ein PR-Erfolg? Die Konkurrenz meint, der veröffentlichte Erfolg sei teuer bezahlt mit Fabrik und eigenem Band und neuen Zutaten und so.

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          Ist der elektrisierte BMW i3 nun ein Erfolgsprodukt oder ein PR-Erfolg? Die Debatte scheint endlos. Die Konkurrenz meint, der veröffentlichte Erfolg sei teuer bezahlt mit Fabrik und eigenem Band und neuen Zutaten und so. BMW behauptet das Gegenteil und verweist auf 11 000 Bestellungen. Die genügen natürlich nicht, um die Fabrik in Leipzig dauerhaft unter Strom zu halten, aber zunächst sind das beruhigende Aufträge. Nun wird die Sache um eine Facette reicher. Die Schlawiner von BMW haben das Navigationssystem Professional aus der Serienausstattung gestrichen. Das ist keine Petitesse, kostet das gute Stück doch 1990 Euro. Sie hätten das von Anfang an geplant, um Frühbuchern ein „Schmankerl“ zu kredenzen, dies aber nicht kommuniziert, sagen die Bayern. Ist klar. Macht ja niemand, mit Rabatten werben. Oder ist das doch eine versteckte Preiserhöhung? Kurz nachgerechnet: Es gibt ein Navi mitsamt E-Mobilität-Funktion für 990 Euro. Der Grundpreis des Autos beträgt 34 900 Euro. Ergibt knapp drei Prozent Preisaufschlag. Wer Professional haben will, zahlt fast sechs Prozent mehr.

          Was BMW kann, kann Tesla schon lange. Der amerikanische Vorzeigeelektriker hat mal eben ein Stück Autobahn quer durch Deutschland bis Amsterdam mit Ladesäulen bestückt und gibt dort den Strom kostenlos ab. Auf der Welle schwamm dieser Tage Elon Musk weiter, der eigens nach Deutschland angereiste Chef schwärmte, einen seiner Flitzer könne der geneigte Avantgardekunde fortan schon für 550 Euro im Monat leasen. Das war wahrscheinlich von Anfang an so geplant, nur hat es keiner gesagt. Was auch keiner sagt: Man muss zehn Prozent des üppigen Kaufpreises anzahlen, die Rate gilt nur für das Basismodell mit der kleinen 60-kWh-Batterie, und die Vorteile wie Steuerfreiheit oder kostenloses „Tanken“ werden verrechnet. Das Topmodell, das durch die Redaktionen gereicht wird und Begeisterung entfacht, verlangt nach 1000 Euro. Dafür gibt es auch eine Mercedes-Benz-S-Klasse. Soweit wir wissen, ohne versteckte Kaninchen, die von Anfang an geplant sind und später aus dem Hut gezaubert werden.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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