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Schlusslicht : Hup, Hup, Hurra!

Der Adler kommt zum Zug: Was für ein Fest! Bild: dpa

Die Bahn macht es ihren Anhängern wahrlich schwer, sie zu lieben. Doch damit nicht genug: Jetzt nörgeln noch die Länderchefs und die Autofahrer spötteln. Was wir da brauchen? Mehr Eintracht.

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          Bahnfahrer zu sein, ein überzeugter dazu, schult die Leidensfähigkeit. Seufzen ist unsere primäre Kommunikationsform. Diese Woche wurde viel geseufzt. Zuerst wegen des Gekeiles im Bundesrat. Da kann kein Tankrabatt, nichts mithalten. Nein, richtig munter wird’s erst, wenn ein Team unter bayerischer Führung droht, alle Neune umzunieten. Das verbilligte Ticket, das uns den Sommer im nichtklimatisierten Regional- und Nahverkehr versüßen soll, lehrt mal wieder, dass Rabatte leichter versprochen als bezahlt werden. Und dass man uns Gleislinge wohl ungeniert bis zuletzt im Wartemodus schmoren lassen kann. Irgendwie, irgendwo, irgendwann, sind wir ja gewohnt. Planbarkeit ist was für Autosofties.

          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin im Ressort „Technik und Motor“.

          * * *

          Der Spott der Autofahrer, auch derer, die das letzte Mal vor zwanzig Jahren eine Bahn von innen gesehen haben, ist uns ohnehin stets gewiss. Da gerät man eiligst in den Verteidigungsmodus. Irgendjemand muss ja für die Ehre der Bahn einstehen, wenn sie es selbst nicht tut. Der Argumentekasten ist groß, also eigentlich. Nur ein Beispiel, das zu selten beachtet wird: Wer zur Reisekrankheit neigt, findet in ihr oft das einzige Fortbewegungsmittel, in dem man mehr tun kann, als fünf Stunden geradeaus zu starren. Lesen, schreiben, bordbistroen, durch die Gänge laufen, dort dem Zugführer ausweichen. Alles ist möglich. Aber dann: Na ja, Sie wissen schon, Verspätungen, dies, das. Seufz.

          * * *

          Liebe Bahn, warum machst Du es uns nur so schwer, Dich zu lieben? Etwas mehr Eintracht wäre da, in dieser aller Wochen, schon was Feines. Dann geht dem Frankfurter Bahnenthusiasten sogar das Herz beim Autokorso auf. Hup, hup, hurra! Ach, seufz, wie schön.

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