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Schlusslicht : Bahn frei

Umweltfreundlich. Ganz so emissionsfrei ist die Fahrt aber dann doch nicht. Bild: dpa

Sauber fährt am längsten. Wenn man der Deutschen Bahn glauben darf, gelingt das im ICE. Oder am Ende doch auf der Straße?

          1 Min.

          Fahren im Zug hat etwas Entspanntes. Gesetzt den Fall, er kommt pünktlich und man findet einen Sitzplatz, ist jetzt reichlich Zeit zum Nachdenken, von Frankfurt nach Berlin ist noch weit, und der Fahrer kennt die Strecke. Weil gerade nichts anderes anliegt, freuen wir uns, dass wir jetzt so gut wie fast gar kein CO2 freisetzen, nämlich nur 80 Gramm für die gesamte Strecke. Sagt die Bahn. Das lässt sich fast schon durch ruhigeres Atmen kompensieren, mit dem Auto kämen wir dafür nicht weiter als von der Redaktion zur nächsten Tankstelle. Dessen Werte sind gar schlecht, 81 Kilo Klimagas wirft es auf die 650 Kilometer aus, der Wert wird nur noch getoppt vom Flugzeug mit 104 Kilo. Sagt die Bahn. Aber der muss man ja nicht alles glauben. Sie rechnet nämlich mit 100 Prozent Ökostrom.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das ist Nonsens, denn der Ökostrom, den der ICE verbrät, steht anderen Verbrauchern nicht zur Verfügung, in der Summe zählt der gesamte Strommix. Näher an der Wahrheit ist vielleicht das Umweltbundesamt, es weist für die Bahn 38, das Auto 140 und das Flugzeug 214Gramm je Kilometer und Person aus. Die beste Bilanz hat demnach der Fernbus mit 32 Gramm, das Ergebnis hängt aber schwer von den Annahmen ab, vor allem über die Auslastung. Was ist zum Beispiel mit den Zugstrecken, die nach Plan nächtens gefahren werden müssen, und keiner sitzt drin?

          Der ICE hält gerade außerplanmäßig, das gibt uns Zeit, weiter zu rechnen: Wenn wir statt des Durchschnittsautos einen Golf Diesel nehmen und mit fünf Personen besetzen, drückt das den Wert fast auf 20Gramm. Der Kollege, der gerade die gleiche Strecke auf der Autobahn zurücklegt, weil er noch einen Abstecher vorhat, fährt freilich alleine, er steht vor Kassel im Stau. Flieger sind auch keine Lösung. Sie kommen immer runter, aber wo? Jedenfalls nicht auf dem BER. In Zukunft werden wir segeln. Oder besser noch, wir bleiben in Frankfurt.

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