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Schlusslicht : Auf Speed

Dem Chef der Deutschen Bahn und seinem Bundesverkehrsminister ist aufgefallen, dass die Bahn verlässlich unpünktlich ist. Bild: dpa

Die Parteien entdecken neue Kernkompetenzen. Triebwerke für die Luftwaffe werden zur Erfolgsmeldung. Bahn und Lufthansa machen die Langsamkeit zum Programm. Aussteigen, wäre das was?

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          Am Montag stand auf Seite 1 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über einem Artikel: Habeck: Gas-Situation ist ernst. Wir haben im ersten Moment „Habeck: Gras-Situation ist ernst“ gelesen und an die Unterversorgung grüner Parteimitglieder mit bewusstseinserweiternden Stoffen gedacht. Jetzt sind wir jener Abteilung in unserem Gehirn etwas böse, die für Erinnerung und Vorurteil zuständig ist. Natürlich geht es um Gas, da genügt ein Blick auf die Nebenkostenabrechnung, außerdem haben die Grünen ihr Bewusstsein längst erweitert. Nicht nur die. „Die SPD kauft Waffen, die Grünen kaufen fossile Brennstoffe, die FDP organisiert Haushaltsdefizite“, schreibt ein Leser.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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          Die Prioritäten ändern sich, das zeigt eine Mitteilung des Triebwerkherstellers MTU, der nämlich eine Speedline eingeführt hat, was, wichtig, auch nichts mit Amphetaminen zu tun hat. MTU beschleunigt die Instandhaltung der Antriebe für Eurofighter und den Transporthubschrauber Sikorsky CH-53. „Bis Mitte Mai 2022 hat MTU der Luftwaffe nahezu so viele instand gesetzte T64-Triebwerke geliefert wie im gesamten Jahr 2021.“ Wer hätte derlei vor ein paar Wochen als Erfolgsmeldung empfunden?

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          In solch aufwühlenden Zeiten ist es gut, neue Verlässlichkeiten um sich herum zu wissen. Dem Chef der Deutschen Bahn und seinem Bundesverkehrsminister ist aufgefallen, dass die Bahn verlässlich unpünktlich ist, weshalb sie die Sache zur Chefsache machen und ein Hochleistungsnetz aufs Gleis setzen wollen. Und zwar flott. Bedeutet: Schon 2024 geht es los. Derweil ist auch am Flughafen Frankfurt Stimmung in der lahmenden Bude. Die lohnfordernde Gewerkschaft Verdi sagt, die Lufthansa habe zu viel Personal am Boden abgebaut und sei für das Schneckentempo mitverantwortlich. Unsere Pilotin sagt nach der Landung angesichts der mal wieder fehlenden Fluggastbrücke: „Der Flughafenbetreiber Fraport hat so viele Leute entlassen, deswegen können wir noch nicht aussteigen.“ Aussteigen, hm, wäre das was?

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