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Vor der Photokina : Digitalkameras sind wieder gefragt

Ab 21. September dreht sich in Köln wieder alles um Kameras Bild: dpa

Für die Photokina rechnet die Kölnmesse wie vor zwei Jahren mit knapp 170.000 Besuchern. Besonderes Potential sieht die Branche bei den klassischen digitalen Spiegelreflexkameras und den Systemkameras mit Wechseloptik.

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          Nach der Absatz- und Umsatzdelle im vergangenen Jahr herrscht unter den Herstellern rund um die Fotografie vor der Kölner Leitmesse Photokina (21. bis 26. September) wieder Optimismus. Die Nachfrage nach digitalen Fotoapparaten belebe sich, berichtete Christian Müller-Rieker, Geschäftsführer des Photoindustrie-Verbands, vor der Presse in Köln. Im laufenden Jahr werde der Absatz in Deutschland voraussichtlich von 8,5 auf rund 9 Millionen Stück klettern. Der zuletzt rückläufige Umsatz soll von 1,7 auf knapp 2 Milliarden Euro steigen. 2009 war die Nachfrage nach Digitalkameras erstmals seit Jahren gesunken. Zwei Drittel der deutschen Haushalte besitzen inzwischen eine digitale Fotokamera.

          Christine Scharrenbroch
          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Für den deutschen Gesamtmarkt der Fotografie inklusive Zubehör wird ein Umsatzplus von rund 5 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro erwartet. Im vergangenen Jahr hatte die unter starkem Preisdruck stehende Branche einen Rückgang von 2 Prozent verzeichnet. Für die Hersteller sei es derzeit wieder etwas leichter, höhere Preise durchzusetzen, stellte Müller-Rieker fest. Für die kommenden Monate sagte er „moderate“ Preiserhöhungen voraus. Von Januar bis Juni dieses Jahres war der Durchschnittspreis für eine Digitalkamera noch von 214 auf 205 Euro gefallen.

          Die Nachfrage sei ungebrochen groß

          Besonderes Potential sieht die Branche bei den klassischen digitalen Spiegelreflexkameras und den Systemkameras mit Wechseloptik, bei denen der Spiegel durch einen elektronischen Sucher ersetzt wird, was die Kamera kleiner und leichter macht. Die Nachfrage sei ungebrochen groß, hieß es. Nach 900 000 verkauften Kameras im vergangenen Jahr soll der Absatz 2010 um mindestens 2 Prozent zulegen. Profitieren können die Produzenten dabei auch von wachsendem Bedarf an Zubehör. So wird bei Wechselobjektiven und Blitzgeräten mit einem Anstieg der Verkaufszahlen um 10 beziehungsweise 11 Prozent gerechnet.

          Während sich 2009 im dritten Jahr in Folge weniger Abnehmer für Camcorder fanden, wurden 50 Prozent mehr digitale Bilderrahmen verkauft. Deutlich zulegen konnten auch die Anbieter von Fotobüchern. Weiter bergab ging es dagegen mit den Filmen für analoge Kameras. Seit 2005 ist ihr Absatz von 90 auf 23 Millionen Filme gesunken.

          Dank der Digitalisierung sei der Weltmarkt für Fotografie und Imaging in den vergangenen zehn Jahren von 90 auf 130 Milliarden Euro gestiegen, sagte Henning Ohlsson, stellvertretender Vorsitzender des Photoindustrie-Verbands. Großer Nachholbedarf bestehe in China - dem Land, in dem die meisten Kameras produziert werden. Der Weltmarkt für Kameras soll in diesem Jahr um 8 Prozent auf 141 Millionen Stück zulegen.

          Für die Photokina, bei der 1251 Anbieter aus 45 Ländern ausstellen, rechnet die Kölnmesse wie vor zwei Jahren mit knapp 170 000 Besuchern.

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