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Vollformat-DSLR Pentax K-1 : Klotz allem beste Bilder

  • -Aktualisiert am

Mit der K-1 hat nun auch Pentax eine Vollformat-DSLR im Programm. Bild: Pardey

Vollformat muss nicht gleichbedeutend mit schwergewichtiger Unhandlichkeit sein. Da kommt nun Pentax mit der K-1, und die ist buchstäblich eine Wucht.

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          Meine Güte, was für ein Trumm! Das war der allererste Gedanke beim Auspacken der K-1, mit der Pentax unter dem Dach von Ricoh endlich eine Vollformat-DSLR herausgebracht hat. Wettbewerber wie Nikon oder Canon, mit denen (Asahi) Pentax dereinst auf Augenhöhe konkurrierte, haben schon seit Jahren welche im Programm. Seit es Systemkameras ohne Spiegel, aber mit Sensoren im Format des Kleinbildnegativs (24 × 36 Millimeter) gibt, hat man sich daran gewöhnt, dass Vollformat nicht gleichbedeutend mit schwergewichtiger Unhandlichkeit sein muss. Da kommt nun Pentax mit der K-1, und die ist buchstäblich eine Wucht.

          Mit ihr und dem HD Pentax-DFA 1:3,5-5,6/28-105mm ED DC WR, wie das Standard-Kitobjektiv mit vollem Namen heißt, hat man für rund 2600 Euro betriebsbereit knapp 1500 Gramm in der Hand, einschließlich Akku und zwei Speicherkarten, so dass man die Jpegs auf die eine und die Rohdaten im Dng-Format auf die andere schicken kann. Nun, auch die Boliden der Wettbewerber haben ihr Gewicht. Doch greift sich dieser Klotz hervorragend, die K-1 lässt sich einhändig sehr gut ausbalanciert halten, ist allerdings, das zeigen die ringsherum um das an 87 Stellen mit Dichtungen wetterfest gemachte Magnesium-Gehäuse verteilten Bedienelemente, für beidhändigen Einsatz konzipiert.

          Zu einem vergleichsweise günstigen Preis ist der Auftritt der K-1 so anspruchsvoll, wie der ambitionierte Amateur sich das wünscht. Dass Pentax eine treue Fan-Gemeinde hat, hängt seit anno analog mit dem über alle Entwicklungsschritte hinweg kompatibel gebliebenen Bajonett zusammen. Ein asbachuraltes SMC Pentax-M, graviert noch mit „Asahi Opt. Co., Japan“, passt an die K-1 als aktuellste DSLR wie an eine analoge Pentax ME von 1976. An der K-1 funktioniert dann freilich der Autofokus nicht, und sicher lohnt so ein Tausch nicht im Falle jedes Objektivs. Aber solche Kontinuität gibt es bei keinem anderen Hersteller, außer beim M-System von Leitz/Leica.

          Nur ganz wenige kryptische Funktionsbezeichnungen

          Der zweite Punkt, weswegen Pentax geliebt wird, ist die Bedienungstechnik. Die Menüs einer Pentax-DSLR sind von geradezu mustergültiger Übersichtlichkeit, und das nicht nur deshalb, weil die Generation Lesebrille sich die Schrift vergrößern lassen kann. Da gibt es nur ganz wenige kryptische Funktionsbezeichnungen, keinen Schnickschnack, den das Marketing mit Phantasiebegriffen ins Menü diktiert hat. Wenn da „Anti-Aliasing-Filter-Simulator“ steht, dann kriegt man genau das: einen mittels feiner Vibrationen des Sensors simulierten Tiefpassfilter. Der 36-Megapixel-Sensor (7360 × 4912 Bildpunkte) kommt ohne einen aus. Die Beweglichkeit des Sensors wird außerdem zur Unschärfe-Korrektur sowie für besonders hochaufösende Bilder eingesetzt: Dabei werden vier, um Pixel versetzte Aufnahmen zu einem Bild zusammengerechnet.

          Dank der übersichtlichen Menüs und zahlreicher Tasten, Knöpfe und Hebelchen für den direkten Zugriff auf Funktionen - 30 zum Teil frei belegbare Bedienungselemente zählt die Anleitung auf - lässt sich die bis hin zu Wi-Fi, GPS und einem Astrotracer reichende Vollausstattung der Kamera flink und ohne Umwege bedienen. Eine Besonderheit ist das Funktionsrad. Die K-1 hat nicht nur ein Rad für die Betriebsarten-Wahl - einschließlich von Pentax-Spezialitäten wie der Kombination von Zeit- und Blendenvorwahl und der Empfindlichkeitsvorwahl sowie fünf Konfigurationsspeichern -, sondern noch ein zweites Rad rechts vom Prismengiebel.

          Mit dem und einem der drei Einstellräder greift man unter anderem auf die Belichtungskorrektur, die Empfindlichkeit (ISO 100 bis 204 800) oder die Serienbildfunktion (bis 4,4 Vollformat-Bilder im Jpeg-Format, bis 6,5 APS-C-Bilder je Sekunde) zu. Wegen des zweiten Rades ist das LCD-Feld auf der Gehäuseoberseite ziemlich klein geraten, aber für die nötigsten Angaben reicht es. Eine ganz besondere Konstruktion ist der neigbare, aber nicht berührungsempfindliche 3,2-Zoll-Monitor (1,037 Millionen Bildpunkte): Der Rahmen, der ihn trägt, steht auf vier ausziehbaren Metallstelzen, die den seitlichen Neigungswinkel beschränken.

          Der Autofokus der K-1 ist bei Phasendetektion wie bei Kontrastmessung nicht der Allerschnellste und auch die Videofunktion (1920 × 1080) reißt einen nicht vom Hocker. Die Bildqualität, die diese Kamera liefert, ist aber über jeden Zweifel erhaben. Ihr Bedienkonzept überzeugt genauso wie das Preis-Leistungs-Verhältnis, eben eine Wucht, und nicht nur für den Pentax-Fan.

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