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Videowände : Kleine Würfel, große Flächen

Im Simulator: Plastisch und frei von Stegen wird die Sicht erst mit 3D-Brille Bild: Hersteller

Großes Bild, viel Arbeit: Um LCD-Bildschirme oder Rückprojektionsmodule zu professionellen Videowänden zusammenschließen zu können, müssen Hardware und Software eng auf einander abgestimmt sein.

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          Wenn Hersteller zeigen, was sie verkaufen möchten, kann die Darstellung oft nicht groß genug sein. Damit auch die hinteren Reihen die entscheidenden Details kennenlernen, wird ein Bild in Wandhöhe benötigt. Und weil das Auge mitkauft, ist es nicht schlecht, wenn es auch noch scharf und brillant ist. Bildschirme für den Hausgebrauch werden zwar immer besser, die technischen Lösungen aus dem Einzelhandel sind aber für den professionellen Einsatz nicht die richtige Wahl, weil sie den nicht lange aushalten würden.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          „Die Fernsehmonitore sind für sechs bis acht Stunden Einsatz am Tag ausgelegt“, erklärt Michael Nagel, der Geschäftsführer der Eyevis GmbH. Monitore für den professionellen Einsatz und erst recht Großbildsysteme in Kontrollräumen müssten dagegen im Dauereinsatz jahrelang und zuverlässig laufen. Der Betrieb in Großbildsystemen nennt sich 24/7, rund um die Uhr, die ganze Woche und Monat für Monat. Hinzu kommen Anforderungen wie Rütteltests für den Einsatz in Erdbebengebieten.

          Professionelle Visualisierung hat seinen Preis

          Der Einsatz der dafür notwendigen Technik für zuverlässige und ausfallsichere Komponenten hat nach Angaben Nagels seinen Preis: „drei bis fünfmal höher als Konsumerware gleicher Größe“. Das mittelständische Unternehmen mit 125 Mitarbeitern hat sich auf Visualisierungssysteme für professionelle Anwendungen spezialisiert und bietet als eines von wenigen Konkurrenten komplette Lösungen aufeinander abgestimmter Hardware und Software aus einer Hand an. Sie kommen unter anderem in Kontrollräumen für Verkehrs- oder Kraftwerksüberwachung, Fernsehstudios, Simulatoren und für Präsentationen im Konferenzraum und im Handel zum Einsatz.

          Die Technik wird am Unternehmenssitz in Reutlingen entwickelt, dort werden die Geräte auch hergestellt. Die Anforderungen der Kunden sind unterschiedlich, die Lösungen individuell. In Leitwarten und Kontrollräumen wird zum Beispiel eine Technik benötigt, die sicherstellt, dass es sich tatsächlich um ein Livebild handelt. Die Hardware kann so konfiguriert werden, dass vordefinierte Bildveränderungen zu einem automatischen Alarm im Kontrollraum führen. In Fernsehstudios gibt es andere Anforderungen.

          Demonstrationsobjekt: Die Fläche für ein Großbild lässt sich fast beliebig erweitern
          Demonstrationsobjekt: Die Fläche für ein Großbild lässt sich fast beliebig erweitern : Bild: Hersteller

          Dort werden Bildschirme verwendet, die mit den besonderen Lichtverhältnissen in einer Studioumgebung zurechtkommen und beim Abfilmen Überlagerungen von feinen Rastern (Moiré-Effekt) verhindern. Zudem wird die Farbtemperatur auf 3.200 Kelvin eingestellt. Das erreicht Eyevis durch eine spezielle Beschichtung der Hintergrundbeleuchtung des Displays, die das Bild bei direkter Betrachtung etwas rötlich erscheinen lässt. Beim Abfilmen mit der Kamera sieht es wieder natürlich aus.

          Unternehmens- und Produktpräsentationen stellen wiederum andere Ansprüche: Oft kaufen Dienstleister, die darauf spezialisiert sind, Bildschirmwände und stellen sie in Kundenauftrag auf Messen und Ausstellungen auf. Der ständige Auf- und Abbau erfordert besonders robuste Panels, je nach Kundenwunsch sind sie sogar für den Betrieb im Freien geeignet. Professionelle Flüssigkristall-Bildschirme (LCD), wie sie Eyevis von 42 bis 90 Zoll Bildschirmdiagonale anbietet, werden mit einer eigenen Elektronik für den Dauerbetrieb ausgestattet. Sie sind mit unterschiedlichen Helligkeitswerten lieferbar.

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