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Verstärker von Denon : Klangknirps sucht Anschluss

  • -Aktualisiert am

Denon Verstärker PMA-50 Bild: Hersteller

Mit einem neuen Verstärker erprobt Denon ein interessantes Gerätekonzept. Das grazile Gerät spielt selbst die komplexesten Töne sauber aus. Natürlich hört er auch auf Smartphone und Tablet.

          3 Min.

          Stapel aus großen, schweren Komponenten auf der einen Seite, kompakte Funklautsprecher auf der anderen, dazwischen Mini-Türmchen mit überschaubaren Fähigkeiten - so ungefähr sieht die HiFi-Klassengesellschaft aus. Denon baut neuerdings Geräte, die sich in dieses Schema nicht recht einordnen lassen: zierliche Kästchen mit nur 20 Zentimeter Frontbreite und einem sparsamen Angebot an Knöpfchen und Tasten. Vorerst ist nur der Verstärker PMA-50 lieferbar (Preis um 520 Euro), weitere Bausteine im selben Format sollen folgen.

          Der schwarze Knirps lässt sich sowohl liegend als auch aufrecht stehend betreiben. Die Schrift in seiner hellen Oled-Anzeige passt sich automatisch an. Wir fanden schon die Form so interessant, dass wir genauer wissen wollten: Was steckt zwischen den dicken Aluminiumplatten, mit denen sich das Gerät schmückt?

          Taktsignal sorgt für USB-Transfer

          Denon spricht von einem „digitalen Vollverstärker für Anspuchsvolle“. Digitales Innenleben hat er in der Tat reichlich, das gilt auch für die Signaleingänge. Über zwei optische und einen koaxialen Anschluss kann er sich Musik in Datenform einverleiben; lediglich ein Aux-Hochpegeleingang versteht sich noch auf analogen Ton. Außerdem hat er einen USB-Anschluss (Typ B) auf seiner Rückseite, über den ihm ein Computer Musik zuspielen kann. Windows-Rechner brauchen dazu einen speziellen Treiber, den Denon auf seiner Website zum Download anbietet. Mac-Maschinen kommen mit Bordmitteln aus: Das zum Betriebssystem gehörende Dienstprogramm Audio-Midi-Setup erlaubt alle nötigen Einstellungen. Bemerkenswert: Der kleine Verstärker verarbeitet selbst Audio-Datenströme mit höchsten Auflösungen, also etwa PCM-Signale mit 192 Kilohertz und 24 Bit oder DSD-Ströme, die weiland zu den Errungenschaften der Super-Audio-CD zählten, mit 2,8 oder gar 5,6 Megahertz.

          Für Perfektionisten sind noch zwei weitere Details interessant: Beim USB-Transfer sorgt der Verstärker für das Taktsignal, nicht der Rechner („Asynchroner Modus“). Das hilft, „Jitter“ (Zeitfehler) zu vermeiden. Und: Der Digital-Analog-Wandler arbeitet mit 192 Kilohertz und 32 Bit Auflösung, kann also alle Signale entsprechend hochskalieren und besonders rauscharm verarbeiten.

          Neben drahtgebundenen Musikquellen dürfen über Bluetooth auch Smartphones und Tablets mitspielen. Denon ergänzt den Kurzstreckenfunk um die Aptx-Kodierung. Sie sorgt dafür, dass die zumeist ohnehin schon komprimierten Musiksignale zur Funkaufbereitung nicht noch eine zusätzliche Komprimierung erfahren. Das Pairing, also die Erkennungsprozedur zwischen den Geräten, geht ziemlich einfach: Im Bluetooth-Einstellungsmenü des Mobilgeräts zeigt sich der PMA-50 mit ebendiesem Namen, man tippt ihn an, und die Sache ist erledigt. Aber es geht noch simpler, wenn das Smartphone oder das Tablet Near Field Communication (NFC) unterstützt: Dann hält man die Musikspieler einfach an die linke Seite des Verstärkers, und schon steht die Bluetooth-Funkbrücke.

          Überzeugender Gesamteindruck

          Die Endstufen des Verstärker-Zwergs, Denon gibt ihre Leistung mit zweimal 50 Watt an, arbeiten im besonders effizienten Klasse-D-Betrieb, sind also Schaltendstufen, die keine aufwendige Kühlung brauchen (manche Prospekte nennen diese Arbeitsweise „digital“, was aber nicht so ganz zutrifft). Für den Kopfhöreranschluss, eine 6,3 Millimeter große Klinkenbuchse, gibt es eine separate Verstärkerschaltung. Sie lässt sich in drei Stufen an die Empfindlichkeit des Hörers anpassen, um so stets den richtigen Pegel anzubieten. Zur Lautstärke-Einstellung dient entweder der große Drehknopf auf der Gerätefront oder die kleine mitgelieferte Fernbedienung, die auch das Menü für weitere Justagemöglichkeiten aufruft. Auf diese Weise lassen sich auch Basskraft und Höhenglanz dosieren.

          Wir haben für den Hör-Check natürlich eine komplett neutrale Einstellung sichergestellt und dem Probanden feinstes Testmaterial über den USB-Anschluss zugespielt. Was der PMA-50 daraus machte, war beeindruckend: Das zierliche Gerät spielt sehr lebendig und präzise, fächert komplexe Klänge sauber auf und kommt auch mit größeren Lautsprechern mühelos zurecht. Extreme Bässe meistert er unangestrengt, allerdings nur, wenn er dabei keine brachialen Lautstärken stemmen muss. Besonders gut hat uns der Kopfhörer-Ausgang gefallen: Er tönt so fein und doch so kraftvoll, dass er selbst teurem Kopfschmuck ein überzeugender Spielpartner ist.

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