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Tipps für den Kauf : Das müssen Sie über neue Fernseher wissen

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Ganz schön aufgeräumt: Programmübersicht nach Samsung-Art Bild: Hersteller

HDR, Ultra HD Premium, Oled-Technik – vor den Regalen mit all den TV-Geräten müssen Weihnachtseinkäufer erst einmal Fachchinesisch lernen. Wir versuchen zu helfen.

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          Es ist Glühwein-Saison, das Jahr geht auf die Zielgerade, und wackere Haushaltsvorstände stürzen sich, mit Kreditkarten und Wunschzetteln bewaffnet, ins Konsumgetümmel. Führt sie der Weg in die Mediensupermärkte, genauer: vor die unübersichtlichen Bildschirmwände der TV-Abteilungen, so hilft nur ein klarer Kriterienkatalog, eine sinnvolle Entscheidung zu treffen. Hier ist er:

          Zunächst gilt es, ein scheinbar banales Gerätemerkmal ins Visier zu nehmen: die Bildschirmgröße. Sie wirkt im Ladengeschäft ganz anders als im überschaubaren Wohnzimmer, deshalb sollte die Vorentscheidung schon im trauten Heim fallen - unter Mitwirkung eines Taschenrechners, eines Zollstocks und vielleicht sogar eines Kartons zum Ausschneiden eines TV-Dummies. Die Hersteller geben die Diagonalmaße gern in Zoll an; 40, 55 und 65 sind gängige Wohnzimmergrößen. Ein Zoll ist 2,54 Zentimeter lang. Ein 55-Zöller hat also das Diagonalmaß 140 Zentimeter. Der Trend geht zwar zu immer größeren Apparaten, aber ein Bildschirmmonster, das den Rest der Einrichtung allzu demonstrativ beherrscht, könnte im Familienkreis Widerstand provozieren.

          Mit der Größe hängt ein anderes Entscheidungskriterium zusammen: Soll es ein Ultra-HD-Gerät mit einer Auflösung von 8 Millionen Bildpunkten sein? Kaliber von 50 Zoll an sollten tatsächlich mit dem feineren Raster aufwarten. Abgesehen davon, dass es in diesen Größenregionen kaum noch etwas anderes gibt, ist die Ultra-HD-Ausstattung hier sinnvoll. Sie soll ja bewirken, dass der Betrachter aus realistischem Abstand keine Pixel mehr als solche erkennt, und je größer der Bildschirm ist, desto offensichtlicher trägt die hohe Auflösung zur Bildqualität bei. Bildschirme um 40 Zoll müssen nicht unbedingt zur Ultra-HD-Klasse gehören. Sitzt der Zuschauer weiter als zwei Meter von ihnen entfernt, erkennt er schon in einem gewöhnlichen HD-Bild mit 1920 × 1080 Bildpunkten keine Pixel mehr. Den Unterschied zum Ultra-HD-Raster würde er aus diesem Abstand also gar nicht wahrnehmen.

          Oled-Flaggschiff von LG mit traumhaften Farben Bilderstrecke
          Oled-Flaggschiff von LG mit traumhaften Farben :

          In den vollen Genuss der Ultra-HD-Qualität kommt natürlich erst, wer auch bewegte Bilder im hohen Pixelraster auf den Bildschirm ruft. Die sind zwar noch rar, aber Online-Dienste wie Netflix bieten sie schon an, und vielleicht gibt es ja im Haushalt sogar schon eine Action-Cam, die in Ultra HD filmt. Immer mehr Modelle können das, auch viele neue Digitalkameras beherrschen das superfeine Videoraster. Filme in Ultra HD gibt es seit ein paar Monaten auch auf speziellen Bluray Discs. Sie lassen sich allerdings nur mit passenden Playern abspielen, und auf dem neuen Fernseher zeigen sie sich nur dann in voller Pracht, wenn mindestens ein HDMI-Eingang des Geräts die Informationsfülle aus dem Player komplett und korrekt weiterleitet.

          Auf dieses Detail sollten ambitionierte Heim-Cineasten beim Einkauf unbedingt achten, auch wenn das Verkaufspersonal erst einmal ratlos die Achseln zuckt. Der Hintergrund: Nur die jüngste Version der HDMI-Schnittstelle, sie hat die Versionsnummer 2.0a, ist uneingeschränkt zukunftssicher. Sie ist schnell genug, um Ultra-HD-Videos mit 60 Vollbildern in jeder Sekunde zu transportieren, und sie gibt alle Metadaten weiter, die dem Fernseher Bilder mit erweitertem Kontrastumfang, HDR genannt, signalisieren.

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