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Streaming-Dienste im Test : Wer kann mit Apple Music und Spotify mithalten?

Prominente Lücken im Angebot Bild: Johannes Krenzer

Erst 20 Jahre nach Erfindung des MP3-Formats boomt der Streaming-Markt richtig. Seit Apple seinen neuen Dienst vorgestellt hat, ist die Musik aus dem Netz in allen Ohren. Ein Vergleich.

          7 Min.

          Die Revolution wird lauter. Weit mehr als 40 Millionen Menschen machen schon mit. Täglich kommen Tausende hinzu. Musikfans aus aller Welt brechen mit der Tradition des Musikkonsums. Statt Schallplatte, CD oder Audiodatei zu hören, streamen sie ihre Lieblingslieder übers Internet. Doch bald werden Massen hinzukommen.

          Eines der mächtigsten Unternehmen der Welt hat Musik-Streaming zur Chefsache gemacht. Apple bietet seit zwei Wochen den eigenen Dienst „Apple Music“ an. Mehr als 800 Millionen Kunden mit einem iTunes-Konto sind einen Klick entfernt, um auf ihrem iPhone ein Abo abzuschließen. Selbst wenn sich nur jeder Zehnte dafür entscheidet, hat Apple deutlich mehr Kunden als alle anderen Streaming-Dienste zusammen. Und es gibt gute Gründe, Apple Music zu abonnieren.

          20 Jahre MP3 - ein kurzer Rückblick auf die Hardware Bilderstrecke

          Dabei ist die Konkurrenz ähnlich gut aufgestellt, seit Jahren im Geschäft, arbeitet professionell. Marktführer ist das schwedische Unternehmen Spotify, zu nennen sind aber auch Deezer, Qobuz, Juke oder Napster. Selbst Unternehmen wie Google und Microsoft bieten mit Play Music und Xbox Music eigene Dienste an.

          Die Angebote gleichen sich sehr. Das monatliche Abo kostet 10 Euro, mit Werbeunterbrechungen und eingeschänkter Funktionalität ist es bei Spotify sogar gratis. Lieder können im Offline-Modus gespeichert werden. Die Streaming-Qualität ist bei allen Anbietern gehobener Standard zwischen 256 und 320 Kilobit je Sekunde im AAC- oder MP3-Format.

          Vor 20 Jahren entstand MP3

          Das MP3-Format wird im Übrigen an diesem Dienstag 20 Jahre alt. Als das Fraunhofer Institut am 14. Juli festlegte, dass Dateien des Standards ISO/IEC 11172-3 von nun an die Endung .mp3 bekommen, hatten die Forscher vermutlich nicht daran gedacht, dass dieses Format die Grundlage für die heutigen Streaming-Dienste ist. Auch das Format AAC, das Apple für seinen Dienst benutzt, wäre ohne das Fraunhofer-Institut nicht entstanden, da es eine Weiterentwicklung ist.

          Die Idee hinter den komprimierten Audiodateien ist Datenreduktion durch Löschen bestimmter Frequenzen. Dabei hilft die Psychoakustik: Weil Menschen nicht alle Informationen hören können, die auf einer CD in digitale Form gespeichert sind, kann man die nicht wahrnehmbaren auch weglassen. Es gibt seit der Einführung des MP3-Formats nun immer wieder die Diskussion, ob und welche Kompressionsrate hörbar ist. Ohne auf die Argumente an dieser Stelle einzugehen, dürften auch Kritiker des verlustbehafteten Formats sicherlich zustimmen, dass die Rate von 256 und 320 Kilobit je Sekunde im AAC- oder MP3-Format eine sehr gute Klangqualität bietet.

          Streaming-Dienste im Vergleich

          Zurück zu den Streaming-Diensten: Für den mobilen Einsatz stehen bei allen Streaming-Diensten sowohl eine App für iOS als auch für Android bereit. Ein Programm für Mac und PC kann ebenso heruntergeladen werden. Ihre Benutzeroberflächen geben kaum Anlass zur Kritik. Wir haben uns Apple Music, Spotify, Deezer und Tidal näher angesehen. Sie sind logisch aufgebaut und schick gestaltet. Zugang zur Musik findet man entweder über die Suche oder vorgegebene Genre-Playlists. Ist ein Lied gefunden, lässt es sich in die „Warteschlange“ (Tidal, Deezer) oder „Nächste-Titel-Liste“ (Apple Music) einfügen oder in einer eigenen Playlist speichern.

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