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„Soundlink Wireless Mobile Speaker“ von Bose : Für Park und Party

Satte Bässe: Bose-Lautsprecher mit Bluetooth-Musikübertragung Bild: Hersteller

Der „Soundlink Wireless Mobile Speaker“ von Bose setzt auf den Bluetooth-Musikstandard A2DP, Musikauswahl und Steuerung erfolgen am Smartphone. Die erzielbare Lautstärke ist atemraubend.

          2 Min.

          Die Musik kommt aus dem Internet, und immer häufiger spielt sie direkt vom Smartphone. Die neuen Streaming-Dienste aus dem Netz und in der Cloud hatten wir hier unlängst beschrieben. Nur stellt sich natürlich gleich die Frage, wie man jenseits von iPhone und Ohrenstöpsel die eigenen vier Wände beschallt. Wer eine universelle Lösung vor allem zum Einsatz in mehreren Räumen sucht, wird unweigerlich bei einer Sonos-Anlage landen. Das amerikanische System richtet sich seit Jahren an Zeitgenossen, die ihre Musik in iTunes-Archiven oder auf Netzwerkfestplatten vorhalten. Sonos reicht sie drahtlos an Abspielstationen (Zonen) im Heimnetz weiter. Mit Apps fürs iPhone oder Android steuert man die Wiedergabe, und zwar im gesamten Haus. Nur stört ein Detail: Die direkte Musikwiedergabe vom iPhone oder Android-Smartphone funktioniert nur auf Umwegen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Im Hause Apple wiederum setzt man auf den proprietären Standard Airplay, der Musik drahtlos vom iPhone oder iPad zur HiFi-Anlage transportiert. Allerdings gibt es derzeit nur wenige Komponenten, die Airplay unterstützen. Dazu gehören beispielsweise Receiver von Denon, Marantz und Pioneer sowie Lautsprecher von Bowers & Wilkins, JBL und Philips. Zudem bleibt mit solcher Ausstattung die Android-Fraktion beim abendlichen Hörvergnügen außen vor.

          Mono-Box in der Größe einer Zigarrenkiste oder eines dickeren Buchs

          Wir haben nun eine Lösung ausprobiert, die mehr Universalität verspricht, indem sie auf den Bluetooth-Musikstandard A2DP setzt. Dieses Protokoll funktioniert mit so gut allen Mobilgeräten und Smartphones, bekannt geworden ist es durch den Einsatz im Auto. Mit A2DP koppelt man den Zuspieler einmalig an die HiFi-Anlage, fortan wird das Musikrepertoire mit dem Blauzahn übertragen.

          Die Musikauswahl und Steuerung erfolgen am Smartphone. Kabel oder Docking Station sind also überflüssig. Als Produkt der Wahl kam der "Soundlink Wireless Mobile Speaker" von Bose zum Einsatz, der mit gleich mehreren Pluspunkten aufwartet: Die Mono-Box in der Größe einer Zigarrenkiste oder eines dickeren Buchs (13 × 24,5 × 5 Zentimeter) ist exzellent verarbeitet und sieht ungemein schick aus. Die Abdeckung (wahlweise aus Leder) dient zugleich als Ein- und Ausschalter sowie als Standfuß. Ferner kann man den Mobile Speaker mehrere Stunden im Akku-Betrieb laufen lassen, was ihn als Unterhaltungsmaschine für den Einsatz draußen qualifiziert. Nach Angaben des Herstellers ist er gegen Salz, Sand und Feuchtigkeit geschützt, und die Lautstärke reicht für eine Feier auf der Terrasse allemal aus.

          Bässe kommen viel zu wuchtig, Höhen klingen zu dumpf

          Inbetriebnahme und Bedienung sind verblüffend einfach. Nach der Bluetooth-Kontaktaufnahme kann man am Gerät nur die Lautstärke einstellen, das ist schon alles. Ferner gibt es auf der Rückseite eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, um weitere Zuspieler kabelgebunden anzuschließen. Im Innern verrichten vier Schallwandler ihren Dienst, und die spannende Frage ist: Wie gut klingt der Kleine? Zunächst die Vorzüge: Die erzielbare Lautstärke ist geradezu atemraubend. Man kann mit dem Bose ein großes Wohnzimmer mit Partygästen ordentlich beschallen. Selbst voll aufgedreht halten sich die Verzerrungen in sehr engen Grenzen. Dass so viel guter Klang aus einem so kleinen Apparat kommt, ist eine respektable Leistung. Viele andere Boxen in dieser Größe hören sich im Vergleich wie Spielzeug an. Verlässt sich man sich nur auf die Ohren, hat man den Eindruck, einen deutlich voluminöseren Lautsprecher vor sich zu haben.

          Aber im Hörvergleich mit den ähnlich kompakten Sonos-Boxen Play 3 sind auch einige Nachteile aufzuzählen: Die Bässe kommen viel zu wuchtig, und die Höhen klingen zu dumpf. Mehr Klarheit und Präzision bei Mitten und Höhen täten dem Bose gut, und wenn er sehr leise spielt, müsste man den Bass zurücknehmen können. Das alles funktioniert leider nicht, denn mit einem Equalizer ist die Bose-Box nicht ausgestattet. Was innen tendenziell wummig klingt, hört sich übrigens draußen besser an. Als Terrassen- oder Balkonspieler kann man ihn also uneingeschränkt empfehlen. Die günstigere Variante mit grauer Nylon-Abdeckung kostet 300 Euro, also so viel wie eine Sonos Play 3. Das schicke Leder erfordert 50 Euro extra.

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