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Sennheiser und Beyerdynamic : Edle Kopfhörer für das Smartphone

Sennheiser Momentum On-Ear (links) und Beyerdynamic T51p Bild: Hersteller

Mittlerweile hat jeder zweite Deutsche seinen Kopfhörer im Smartphone stecken. Hersteller fluten deshalb den Markt mit neuen Modellen. Wir haben zwei On-Ear-Kopfhörer getestet, die herausragen.

          Es wächst zusammen, was zusammengehört: Mittlerweile hat jeder zweite Deutsche seinen Kopfhörer im Smartphone stecken. Das hat der Verband Bitkom in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Wenn man schon sein Smartphone ständig bei sich trägt und darauf auch noch seine Musik speichern oder per Spotify oder ähnlichen Diensten streamen kann, nimmt man den Kopfhörer gleich mit. Die Hersteller fluten deshalb den Markt mit neuen Modellen.

          Nun gibt es eine Gattung, die sich für diesen Einsatz besonders eignet: Kopfhörer, die man auf dem Ohr trägt. In-Ear-Modelle mag nicht jeder, weil sie direkt im Ohrkanal sitzen und deswegen bei jedem anders klingen können. Ohrumschließende Modelle sind bei Jugendlichen zwar beliebt. Doch die ältere Generation will die Riesendinger eher nicht auf dem Kopf haben. On-Ear-Hörer sind daher ein guter Kompromiss.

          Sennheiser hat auch an das Kabel mit Mikro gedacht, so wird aus dem Kopfhörer ein Headset

          Wir haben zwei aktuelle Modelle gefunden, die beide vieles von dem haben, was man sich wünscht: Hochwertige Verarbeitung, schickes Aussehen, exzellenten Klang und ausgezeichnete Hersteller. Den Preis wünscht man sich niedriger, aber er ist angemessen. Beyerdynamic verlangt für seinen T51p zirka 250 Euro und Sennheiser für den Momentum On-Ear knapp 200 Euro. Wie der Namenszusatz „On-Ear“ andeutet, gibt es noch eine größere, ohrumschließende Variante des Momentum für 300 Euro. Das Modell von Beyerdynamic ist der Nachfolger des T50p, der seit längerem auf dem Markt ist. Die Heilbronner haben lediglich den Klang „erneuert“. Aber das war entscheidend.

          Der übliche bunte Plastikkopfschmuck, den man an Smartphones hängen sieht, ist in der Aufmachung zwar vielfältig, hat aber ein gemeinsames Problem. Er klingt meist furchtbar. Der Klang ist dabei nicht das Ergebnis eines inkompetenten Ingenieurs, sondern eine bewusste Entscheidung der Marketingabteilung. Die Jugendlichen wollen Bass und Beats. Und den kriegen sie auch. Wir wollen ihn aber nicht unbedingt. Dass man den Bass betonen kann, ohne das klangliche Gesamtbild zu zerstören, zeigen diese beiden Kopfhörer. Die Entwickler von Beyerdynamic haben für unseren Geschmack den Regler beim T51p sogar einen Hauch zu stark in die tiefen Frequenzen gezogen.

          Guter Sound, aber leider mit herkömmlichem Kabel: Beyerdynamic T51p

          Das ist insofern bemerkenswert, weil der Klang des Vorgängers T50p vielen Hörern zu hell und bassarm war. Beim T51p ist es nun so, dass die Bässe zuweilen ganz leicht dröhnen. Im direkten Vergleich gefällt der Momentum von Sennheiser etwas besser. Auch er gibt den Tiefen einen spürbaren Raum. Doch der Momentum schafft es, den Bass stärker zu konturieren und ihn so klarer im gesamten Sound einzuordnen. Dadurch wirkt der Sennheiser-Kopfhörer insgesamt etwas klarer und detailreicher als der Beyerdynamic. Ungewöhnlich, denn eigentlich sind die Heilbronner für ihren hellen Sound bekannt.

          Der Momentum und der T51p ragen nicht nur wegen ihres sehr guten Klanges aus der Masse der On-Ear-Kopfhörer heraus, sondern auch wegen der exzellenten Verarbeitung und der hochwertigen Materialien. Die Bügel sind aus biegsamem, dennoch stabilem Metall. Ihre Lederaufsätze sorgen für angenehmes Tragegefühl. Die Muscheln haben Aufsätze aus weichem Leder. Die Kapseln lassen sich in jede Richtung bewegen und passen sich dem Ohr optimal an. Das Gewicht von 160 Gramm (Momentum) und 174 Gramm (T51p) ist etwas höher als bei den üblichen Plastikhörern. Aber immer noch gering genug. Der T51p hat eine Impedanz von 60 Ohm, was für diesen Typ Kopfhörer etwas mehr ist, als man erwartet, wie etwa die 18 Ohm beim Momentum.

          Zum Schluss noch ein Sonderlob und Extratadel: Beyerdynamic hat es mal wieder versäumt, ein abnehmbares Kabel mit Fernbedienung und Mikro einzubauen, damit man ihn auch als Headset zum Telefonieren nutzen kann. Das sollte bei einem Preis von 250 Euro Standard sein.

          Sennheiser hingegen hat auch beim Kabel alles richtig gemacht. Den Momentum gibt es zudem in sieben verschiedenen Farben, da dürfte für jeden etwas dabei sein. Sennheiser hat den nahezu perfekten Begleiter für das Smartphone geschaffen.

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