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Schallplattenspieler : Schwarz lebt

  • -Aktualisiert am

Flower-Power: Der amerikanische Hersteller Crosley verpackt Plattenspieler im Retro-Look. Auch die Deko ringsum im Urban-Outfitters-Shop in Frankfurt passt sich dem an. Bild: Helmut Fricke

Musik, die aus der Rille kommt, wärmt die Herzen - gerade weil sie auch mal knistert. Um die Renaissance der Schallplatte angemessen zu feiern: Hier eine kleine Auswahl an ungewöhnlichen Modellen.

          Sie läuft und läuft und läuft: Die gute alte Schallplatte aus schwarzem Vinyl hat bisher alle Digitaltrends überdauert. Ihr Absatz wächst sogar seit Jahren: In Deutschland gingen 2005 nur noch 0,5 Millionen Analog-Konserven über den Ladentisch, inzwischen sind es wieder mehr als dreimal so viele. Das altehrwürdige Vinyl-Presswerk Gramofonové závody in tschechischen Loděnice, derzeit das größte der Welt, arbeitet folglich rund um die Uhr: Zehn Millionen Schallplatten fertigt es im Jahr.

          Lautsprecher an Bord: Dieses Koffermodell spielt autark. Bilderstrecke

          Zum Repertoire zählen nicht nur Klassiker wie die gesammelten Werke der Beatles. Was macht den Reiz der schwarzen Scheibe aus? Streng technisch ist die analoge Schallabtastung klar unterlegen: Sie kämpft mit Abtastrauschen, dem sich gern auch mal Knistern hinzugesellt, schlecht gedämpfte Resonanzen können den Frequenzgang verbiegen, die Trennung der Stereokanäle gelingt nicht so gut wie in der digitalen Welt.

          Retro-Trends kultivieren

          Dennoch bleibt ein schwer erklärbarer Rest an Magie: Dass Musik von Analogschallplatten in einem tieferen, größeren Raum zu spielen scheint, dass sie luftiger durch die drei Dimensionen schwebt, ist nicht immer nur reines Vinyl-Latein, ganz gleich, ob das so Erlebte nun näher an der akustischen Wahrheit liegt oder nicht. Hinzu kommt natürlich der Reiz des Haptischen: Das Auspacken und Auflegen der großen Scheibe gleicht einer Zeremonie, die in der digitalen Welt kein Gegenstück hat.

          Kein Wunder also, dass sich unter den Herstellern von Plattenspielern immer noch Dutzende halten, die Abspielgeräte im Gegenwert eines Kleinwagens anbieten. Hinzu kommen Hersteller wie Crosley in Kentucky, die Retro-Trends kultivieren und Plattenspieler als Koffergeräte im 50er-Jahre-Look verkleiden. Die hier gezeigten Modelle konnten wir ganz überwiegend bei Urban Outfitters in Frankfurt fotografieren. Und jetzt mischen sogar die großen Firmen der Unterhaltungselektronik wieder mit: Sony hat in den ersten Januar-Tagen ein nagelneues Modell mit dem Namen PS-HX500 vorgestellt, Panasonic lässt den Kult-Plattenspieler Technics SL 1200 mit einer runderneuerten Version als SL-1200GAE wieder aufleben.

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